Arbeit am Fundament

Sewan Latchinian verbreitet am Theater Senftenberg mehr als nur Zuversicht: ein Überlebens-Porträt in schwieriger Landschaft

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Seit einem Jahr ist Sewan Latchinian Intendant der «Neuen Bühne» in Senftenberg. Abends ist es hier still. Der Senftenberger See, ein ausgekohltes ehemaliges Tagebaurevier (1973 auf staatliche Weisung geflutet), ist mit seinen 1300 Hektar Wasseroberfläche, Tiefe bis 19 Meter, der erste in einer sich weithin verflechtenden Seenkette, die diesem ausgepowerten Landstrich der Lausitz eine touristische, also auch wirtschaftliche Perspektive sichern soll. Noch sind die grün bewachsenen Ufer offen für jedermann, keine Zäune, keine Kassenhäuschen. Dieser Juni-Abend ist ein besonderer.

Nachdenklich studiert Sewan Latchinian die Gesichter der Leute, die zu hunderten aufgekratzt aus dem Amphi-Theater strömen. Die Rechnung ist aufgegangen. Freude sollte dieses Theater, das einmal «Theater der Bergarbeiter» hieß, in dieses Städtchen mit steigender Arbeitslosenquote, jetzt schon bei 30 Prozent, bringen, Zuversicht und die Gewissheit des eigenen Wertes. Zu den vielen Projekten, die er in Angriff nahm, gehört, als sommerliche Krönung gewissermaßen, dieses Internationale Komödienfestival, das Touristen und Einheimische zu drei extra Haus-Inszenierungen und drei Comedy-Gastspielen aus dem In- und ...

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Theater heute August/September 2005
Rubrik: Das weite Land, Seite 56
von Erika Stephan

Vergriffen
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