Der wüste Sturm
Was weiß Elfriede Jelinek eigentlich vom Irak-Krieg? Oder von Abu Ghraib? Oder Bagdad? Jemals dort gewesen? Bisschen recherchiert? Einen kleinen Wüstenhauch Realität gespürt, als embedded dramatist vielleicht? Oder auch nur in Fernseher, Internet und Zeitungen gestarrt, die Berichte, Reportagen und Analysen der umgehend angereisten Edelfedern gelesen sowie manches andere, was man aus den Medien so erfahren kann? Wahrscheinlich weiß Elfriede Jelinek das meiste über den Irakkrieg, was man von Wien und München aus wissen kann. Also alles. Also gar nichts. Aber das umfassend.
Danach ist mehr als genug gesagt, und nichts erhellt. Wer nach den über 250 sturzbachartigen Monolog-Seiten von «Bambiland», der Kriegs-Mitschrift, und «Babel», dem Nachkriegs-Traumaprotokoll, noch einen klaren Gedanken fassen kann, hat nicht genau gelesen. Der wüste Sturm aus Gedankenketten und Medienfetzen, Theoriebruchstücken und Sprachspieltrieb, ächzenden Kalauern neben erlesenem Formulierungsfeinschliff, vorangespült von einem hemmungslos mitteilsamen Hausfrauentratschton, überschwallt nach mehreren Lesestunden mühelos jede verbleibende Resthirntätigkeit. Mit einer zauberhaften, nervtötenden Leichtigkeit ...
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Er ist wieder da» – das war nicht nur ein Schlager von «Marion», sondern auch der Werbespruch für Walter Moers’ Comic-Satire «Adolf, die Nazisau». Unter dem Satz war eine Moers-Zeichnung des gealterten Hitler zu sehen, der in einer Sprechblase erklärte «Öch bin wieder da». Die lustige Groteske, in deren Verlauf Hitler Michael Jackson und Prince kennen lernt, Sex...
Früher war alles besser. Die Luft frischer, die Zigaretten billiger, und auch die Liebe war noch nicht eine Ansammlung gescheiterter Versuche, sondern die Liebe eben. Das gilt allerdings nur, solange dieses «früher» auch «früher» bleibt. Steht es jedoch eines Tages leibhaftig vor der Tür und tut so, als wäre es gerade mal eine halbe Stunde her, seit man sich zum...
Man hat sich schon oft gefragt, wo die DDR geblieben ist. Einzelne Leichenteile konnten in bisher 50 Folgen der ZDF-Serie «Der letzte Zeuge» auf dem Seziertisch der Gerichtsmediziners Dr. Robert Kolmaar in Augenschein genommen werden, im Hauptabendprogramm. Es handelte sich dabei nicht um tragende Säulen des ideologischen Skeletts, sondern um Fetzen des emotionalen...
