Die Überwindung der Einsamkeit
Junge Männer mit hängenden Hosen leuchten mit Taschenlampen die Mülleimerinhalte am Bahnhof ab. Im Park liegt ein Mann auf einer Luftmatratze. Natürlich ist die grassierende Armut an Bahnhöfen des reichsten Lands Europas nicht nur auf Oberhausen bezogen. Und doch fällt die prekäre Lage speziell in dieser Kommune mit 210.000 Einwohnern sofort auf: 9765 Euro Schulden, doppelt so viel wie im bundesweiten Durchschnitt, lasten hier auf jedem Einwohner. Dazu kommen 11,3 Prozent Arbeitslosigkeit – und mehr als die Hälfte des kommunalen Haushalts, die für Sozialleistungen draufgeht.
Und dann geht man nur ein paar Schritte weiter, vorbei am Will Quadflieg-Platz, wo das Theater von 1920 steht, einst eine große Gaststätte, dann ein groß aufgestocktes Dreispartenhaus – bis es 1992 zum reinen Schauspielhaus wurde mit 465 Plätzen. Seit 2020 wird die große Bühne hier renoviert – im laufenden Spielbetrieb, was ziemlich ungewöhnlich ist. Aber vielleicht auch Spaß machen kann, wenn man sich das Ausweichfoyer ansieht: Ein knallgelbrosa angemaltes Containerdorf mit Bar und Dachlounge ist vor dem Theater aufgebaut. Vor dem Treppenaufgang steht auf buntem Plakat: «Wir sind das Ministerium gegen die ...
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Theater heute Oktober 2026
Rubrik: Stadt, Land, Bühne, Seite 56
von Dorothea Marcus
Eigentlich geht es in Anton Tschechows «Möwe» vor allem um die Träume der jungen Generation und ihren Wunsch, als Künst -ler:innen Karriere zu machen – obwohl sie gemeinsam fern der Stadt auf einem abgelegenen russischen Landgut an einem See versammelt sind. In der jugendlich anmutenden Inszenierung von Milena Mönch am Staatstheater Mainz sind es...
PERSONEN
Clementine, Bürgermeisterin (40–50) / Mara, auch genannt die Souvenir-Oma (85)
Marvin, Destinationsmanager und Lover von Clementine (30–40) / Hovi, Altfreak (50–60)
Stef, Wirt des Fischrestaurants «Zur fidelen Makrele» / Erzähler (beide 50–60)
Maria, Anführerin der Stiefkinder des Konsums / Amiri, Beauty Therapist (beide 20–30)
Ed, Architekt/in (35–45) /...
Klar: Der dänische Königshof ist auch nicht mehr das, was er mal war! Schloss Helsingør? Eine Industriehalle mit Bunker-Appeal an einer Ausfallstraße, flankiert von Panzersperren, Geschützen, Fahnenmasten. Drinnen: adäquater Militär-Charme. Eine gläserne Aufsichtskanzel hoch über dem Hallenboden weckt zuverlässig beklemmende Kontrollposten-Assoziationen:...
