Wo der Mensch den Himmel einreißt

Thomas Köck «hamlet. sun off»

Theater heute - Logo

Die Sonne als das lebensspendende Gestirn droht zur großen Verbrennerin menschlichen Lebens auf der Erde zu werden, denn der Planet wurde tüchtig ausgebeutet und jeglichen Schutzes beraubt. Ein klassisches mittelständisches Familienunternehmen, «a business not far away and auch nicht außerhalb europas» hat eine Geschäftsidee: Geo -engineering soll die Lösung sein, indem Salzpartikel in die Wolken injiziert werden, um somit einen Schutzschild vor der bedrohlichen Strahlung über die Erde zu legen – für einige Jahre zur Regeneration.

Eine Methode, die in der Wissenschaft durchaus im positiven Sinne als «Chemotherapie für die Erde» bezeichnet wird. Die «Nebenwirkungen» dieser Chemotherapie laufen aus dem Ruder in Thomas Köcks Stück und erzeugen eine verheerende Eiszeit. Es ist schlimmer als zuvor. Sun off! Nur für die Firma läuft es prächtig. Die Welt lässt sich offenbar nicht durch Unternehmungen retten, die einer Logik des Profits folgen. Privatwirtschaftliches Gewinnstreben und das Wohl der Allgemeinheit sind entgegen kapitalistischer Augenwischerei systemimmanent unvereinbar. Der Markt frisst seine Kinder: «zurück bleibt ein planet auf dem frisch froh der nächste dem nächsten den ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2026
Rubrik: Neue Stücke, Seite 140
von Remsi Al Khalisi

Weitere Beiträge
Kulturkampf, nächste Stufe

«Alles ist möglich.» Wahlkampfparole der AfD Sachsen-Anhalt

«Die Kunst hat nur wenig direkte Auswirkungen auf andere Funktionssysteme, deshalb gibt es nur wenig gesellschaftliche Reaktionen auf die Ausdifferenzierung und Autonomie des Kunstsystems. Fälle, die auffallen, scheinen typisch solche zu sein, in denen andere Funktionssysteme ihre eigene funktionale...

Höhenflug im Angesicht des Abschieds

Seltsames Déjà-vu: Nach einer durchaus ortstypischen Phase des Fremdelns und Grantelns, der gegenseitigen Belehrungs- und Unbelehrbarkeitsvorwürfe haben sich die Münchnerinnen und Münchner zuletzt doch wieder in ihr «Theater der Stadt» – die Münchner Kammerspiele – verliebt. Gerade rechtzeitig zum hundertsten Jubiläum: Im Herbst feiert man den Umzug des damals...

Impressum JB TH 26

Theater heute

Die Theaterzeitschrift im 67. Jahrgang Gegründet von Erhard Friedrich und Henning Rischbieter

Herausgeber
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin

Redaktion
Eva Behrendt Franz Wille (V.i.S.d.P.) 

Redaktionsbüro
Rebecca Roloff

Gestaltung
Christian Henjes 

Redaktionsanschrift
Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße 24, 10785 Berlin, Telefon 030/25 44 95 10, Fax 030/25...