Eisschollen im Leib

Leo Lorena Wyss «Apropos Schmerz (Denken Sie an etwas Schönes)» (U) am Nationaltheater Mannheim

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Ein schöner Name: Anna Blume. So möchten Kunstfiguren heißen. Und ein schöner Gedanke: Die Mutter streichelt Anna Blume über den Kopf, löscht das Licht, die Fünfjährige lauscht und summt die Titelmelodie aus dem «Bergdoktor» mit, der nun jenseits der Kinderzimmertür in die Lederjacke schlüpft und zur nächsten guten Tat schreitet. Nur lindern weder Name noch Erinnerung Annas Schmerz.

Die junge Frau leidet an, ja, an was eigentlich?

Die Klemmbrettbürokratie in den ungezählten von Anna konsultierten Arztpraxen deckt sich leider nicht mit den Fähigkeiten des Lederjackendiagnostikers aus der Fernsehserie. Arzt 1 würde gegen die periodischen Beschwerden die Pille verschreiben, Ärztin 2 verspricht, dass das mit der Zeit besser werde, «nach den Kindern». Ärztin 4 plädiert für «Zähne zusammenbeißen», Nummer 6 für Schmerztabletten – oder die Pille.

So kommt es, dass sich Anna Blume zu Beginn ihrer Geschichte im Mannheimer Studio Werkhaus auf einen OP-Tisch bettet, während Rahel Weiss, Daniel Krimsky und Maria Helena Bretschneider eine chorische Anamnese vorneh -men. Zentrales Dok-Material: das «Vogue»-Spe -cial über den «Mythos Eva», Schwedenrätsel, laminierte Patientenbenimmregeln an der ...

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Theater heute Juli 2025
Rubrik: Chronik, Seite 62
von Stephan Reuter

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