Vor Gericht
Wer trägt die Verantwortung für die Treibhausemissionen? Die Automobilunternehmen oder doch die Verbraucher? Und inwiefern erweisen sich die Ziele des Pariser Abkommens von 2015 als verbindlich? Genießt es überhaupt Gesetzesrang? Mit diesen Spitzfindigkeiten und Finessen beschäftigt sich die deutsche Judikative seit den 1980er Jahren und hat dabei im Laufe der Zeit erstaunliche Urteile gefällt. Man denke nur an das Bundesverfassungsgericht, das mit seinem Spruch zum Klimaschutzgesetz erstmals die sogenannten «intertemporalen Freiheitsrechte» verteidigte.
Demnach ist die Bundesregierung zum Handeln in der Gegenwart verpflichtet, um die Selbstbestimmung der zukünftigen Generationen zu wahren.
Dass sich für die Aufarbeitung jener brisanten Rechtsgeschichte besonders Karlsruhe eignet, liegt auf der Hand. Nicht nur, weil es den Prognosen der Wissenschaft zufolge bald schon die heißeste Stadt Deutschlands werden dürfte, sondern insbesondere, weil es mit den höchsten Bundesgerichten als Stadt des Rechts gilt.
Davon ließ sich offenbar auch das Badische Staatstheater inspirieren. Mit satirisch angelegten Typen wie dem Journalisten, dem Staatssekretär oder der engagierten Anwältin für ...
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Theater heute Juni 2025
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Björn Hayer
Bevor sich der Vorhang hebt, ist das ganze Theater angefüllt mit Stimmen aus Lautsprechern in allen Winkeln und Ecken des Raumes: Sprachund Wortfetzen, falsche Aussprache, Korrekturen, Nervositäten. Gleich soll es vorne auf der Bühne um jene «Eliza» gehen, die wir aus George Bernard Shaws «Pygmalion» kennen, wenn nicht eher noch aus dem Musical «My fair Lady». Aus...
Angeblich habe sich Bertolt Brecht bei der Konzeption des Epischen Theaters vom antinaturalistischen Gestus der Peking-Oper inspirieren lassen. Yida Guo, in China geborener aber seit längerem in Hamburg lebender Regisseur, nimmt dieses Gerücht im Programmheft von «Der gute Mensch von Sezuan» in der Werkstattbühne der Thalia-Außenstelle Gaußstraße auf, allerdings...
Lukas Beeler rollt dramatisch die Augen. «Was einmal war, in allem Glanz und Schein / Es regt sich dort; denn es will ewig sein», deklamiert er mit bebender Stimme Verse aus Goethes «Faust 2», die als flackerndes Live-Video aus der Unterbühne ins Dortmunder Schauspielhaus projiziert werden, laut, dramatisch, direkt in die Kamera gesprochen. Und es dauert ein...
