Das Rätsel Ostdeutschland
Ob die Wahlergebnisse für die AfD in Thüringen, Sachsen und Brandenburg tatsächlich «die Rache des Ostens» sind, wie Frank Castorf meint? Die atavistische Psychologie mal beiseite – einiges und einige sprechen dafür, dass die Verhältnisse komplizierter sind. Zumindest wächst nicht mehr zusammen, was für Willy Brandt zusammengehörte. Steffen Mau hat in «Ungleich vereint» genau aufgelistet, wo die alte deutschdeutsche Grenze noch steht, wo die Unterschiede bleiben – in sozioökonomischer, demografischer und kultureller Hinsicht.
«Sozialstrukturell sind das Wirtschaftsbürgertum, das Bildungsbürgertum und ein modernes Facharbeitermilieu schwächer ausgeprägt, deutlich mehr Menschen rechnen sich der Arbeiterschicht zu.» Im Vergleich sei Westdeutschland deutlich «mittelschichtiger», Ostdeutschland ein «Land der kleinen Leute» mit einer nach wie vor ausgeprägten «Elitenschwäche».
Demografisch dominiert eine Kombination aus «Abwanderung, Alterung und Frauenschwund» besonders in den ländlichen Regionen. Was dort zurückbleibt, sei viel «verunsicherte und reaktionäre Männlichkeit», die gerne AfD wählt. Kulturell hat vor allem die Transformationsphase der 1990er und frühen Nuller Jahre tiefe ...
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Theater heute Dezember 2024
Rubrik: Bücher, Seite 40
von Franz Wille
BERLIN, GEORG KOLBE MUSEUM
bis 16.3.25, Ich weiß, dass ich mich verdoppeln kann. Gisèle Vienne und die Puppen der Avantgarde
Präsentation der zeitgenössischen Arbeiten der österreichisch-französischen Künstlerin, Choreografin und Regisseurin Gisèle Vienne im Kontext historischer Werke von Künstlerinnen der europäischen Avantgarde mit Blick auf die vielseitige...
Das namenlose Ich in Caroline Peters Debütroman «Ein anderes Leben» steht am Grab des Vaters, als die «weggesperrte» Erinnerung an ihre vor etlichen Jahren verstorbene Mutter sie überfällt. Wer war Hanna? Die Frau, die in den 1960er, 70er Jahren nacheinander ihre drei Heidelberger Studienkollegen heiratete? Die mit jedem eine Tochter bekommt und beim letzten, dem...
Im Mittelpunkt der Inszenierung von Kata Wéber (Text) und Kornél Mundruczó (Regie) steht ein schlauchförmiges Ungetüm, das auf den ersten Blick wie eine Camera obscura aussieht, sich beim näheren Hinsehen aber als Raumschiffattrappe entpuppt. Darüber hängt ein riesiger Screen, der das Geschehen im Inneren des Raumschiffs in Kinogröße zeigt. Wir befinden uns in...
