Zirkel, Keil, Kreis
Was macht der Mond über Soho? Er leuchtet, scharlachrot. Schwebt aber nicht liebevoll-frei, besänftigend über Menschen und Dingen. In ihm steckt ein Stachel, auch rund um den Himmelskörper gruppieren sich farbige Figuren, denen das Sentimental-Sehnsüchtige abgeht. Sie alle sind Teil eines Bühnenbildes von Magda Willi, das dem Suprematismus nachempfunden ist und die Welt in abstrakte geometrische Formen einteilt – in Zirkel, Keil, Kreis.
Auf diese projiziert Sébastien Dupouey in rasanter Folge Videos mit Bezug auf die vielfältigen künstlerischen, mehr aber noch politischen, sozialkritischen Topoi der Entstehungszeit jenes Stückes, das beim Festival d’Aix-en-Provence unter dem charmanten französischen Titel «L’Opéra de quat’sous» gezeigt wird, in der Neuübersetzung von Alexandre Pateau – und mit einem bislang unedierten Chanson für Celia Peachum.
Leider ist Letzteres ein entbehrliches Stück Musik, weder besonders originell noch stilistisch angemessen. Aber es passt zu einem Abend, an dem Regisseur Thomas Ostermeier weder die zartbittere Ironie noch die subversive Kraft findet, die die «Dreigroschenoper» auch beinahe hundert Jahre nach ihrer Uraufführung besitzen sollte, sprich: ihre ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Oktober 2023
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Jürgen Otten
Im Mai 2011 tauchte an der Karl-Marx-Allee plötzlich ein großes Schild auf, direkt vor dem ehemaligen kleinen Bungalow am Haus der Statistik. Darauf war in schönster Ferienkatalog-Ästhetik der Entwurf des geplanten Bauvorhabens «Berlin del Mar» zu sehen, eine Ferienhotelanlage mit King-Size-Pool, in Kooperation mit TUI. – Hier?, fragte man sich natürlich, direkt am...
AALEN, THEATER DER STADT
1. Sobrie und Ruëll, Wutschweiger
R. Ella Elia Anschein
7. Coste, Nein zum Geld!
R. Tina Brüggemann
ALTENBURG/GERA, THEATER
1. Goetz, Hokuspokus
R. Manuel Kressin
14. Sommerfeldt, Das perfekteste Tier des Universums
R. Sophie Oldenstein
21. Roger-Lacan, Noch einen Augenblick (Encore un instant)
R. Manuel Kressin
28. Wilde, Dorian Gray
R....
Wie davon erzählen, vom vermeintlichen Ankommen als Arbeitsmigrant:innen-Kind im bundesdeutschen Wohlstandswesten? Vom sich Heraufschwingen in den Kronleuchter der Wunschexistenz, die doch immer gefährdet und prekär bleibt? Von den Erinnerungen an die dauergestresste Mutter, die von Niedriglohnjob zu Niedriglohnjob hetzen musste, nie Zeit für sich hatte, das Kind...
