Glück im Bau
Wovon andernorts schon lange keiner mehr zu träumen wagt, in München gelingt es derzeit fast reibungslos und geradezu in Serie: Ganz ohne Skandale, Budgetüberschreitungen oder Baumängel reihen sich in diesem Herbst die Einweihungen neu gebauter städtischer Spielstätten – alles noch Vor-Corona-Planungen, versteht sich, denn im laufenden Haushaltsjahr und womöglich auch im kommenden müssen auch die Münchner sparen.
Den Anfang machte im September der Ersatzbau für das sanierungsbedürftige «Schwere Reiter» auf dem Gelände des Kreativquartiers am Leonrodplatz, Spielort für freies Theater, Musik und Tanz. Und schon hier kann sich die Interimslösung sehen lassen: mit imposanter Spundwandfassade und 1:1-Übertragung der bisherigen Bühnenmaße (leider auch der geringen Raumhöhe, da wäre noch Luft nach oben gewesen), ergänzt um ein Studio und endlich auch mit getrennten Toiletten für Publikum und Auftretende. An die schroff und im Inneren hell strahlende Kunst-Werft, vom Architekturbüro Mahlknecht Herrle für gerade mal 3,5 Millionen Euro als recycelbares Provisorium konzipiert, könnte man sich auch auf Dauer gewöhnen. Ebenso wie an das drei Wochen später eröffnete Ausweichquartier für die ...
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Theater heute Dezember 2021
Rubrik: Theaterneubau, Seite 44
von Silvia Stammen
Es kommt nicht alle Tage vor, dass man einen neuen Theaterraum einweiht. Mit der Premiere der Studioinszenierung «Jede Stadt braucht ihre Helden» von Philipp Löhle, das 2015 am Deutschen Theater uraufgeführt wurde, hat das Schauspielhaus Chemnitz seine kleine Interimsspielstätte im Spinnbau, einer alten Fabrik für Spinnereimaschinen, eingeweiht. Kein einfacher...
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Theater, Orchester und Festivals geben ästhetische, künstlerische und inhaltliche Impulse in eine sich stets wandelnde Gesellschaft. Sie eröffnen damit Räume der verfassungsrechtlich geschützten künstlerischen Freiheit. Wir Mitglieder des Deutschen Bühnenvereins, die künstlerischen und betrieblichen Leiter*innen sowie ihre Gesellschafter*innen und Träger*innen in...
