Zwischenreiche

Vom Grün in Gelsenkirchen bis zum Amazonas: Die erste Ruhrtriennale unter Barbara Frey lotet Zeit-, Natur- und Feminismusdimensionen aus

Der Hauptbahnhof Gelsenkirchen ist deprimierend. Überquellende Mülleimer, Geruch von altem Dö -ner, auf zwei Ebenen irgendwelche Shops, tätowiert herumstehende junge Männer. Und dann hat man das gelbe Schild mit dem QR-Code doch noch gefunden, steigt aufs selbst mitgebrachte Fahrrad und folgt den Pfeilen, die an Laternenpfählen oder Zäunen angebracht sind. Und befindet sich auf einmal, unerwartet schnell, mitten in unberührtem Grün.

 

Sieben «Naturbüro»-Podcasts haben loekenfranke aus Witten, eigentlich eine Filmproduktionsfirma, auf den rund sechs Kilometern nach PACT Zollverein verteilt; sie führen durch vorher nie wahrgenommene Waldwege, vorbei an verwunschenen Parks, friedlich grasenden Schafen, bodenständigen Brieftauben-Züchtern, der pittoresk altertümlich wirkenden Zechensiedlung Dahlbusch. Jeder der rund achtminütigen Audiobeiträge ist eine Naturbeobachtung mit ohrenbetäubendem Zwitschern. Vogelkundler werden befragt, Texte von Schauspielern gelesen, etwa ein herzzerreißender Brief von Rosa Luxemburg aus dem Gefängnis 1917, die erzählt, wie ihr der Gesang der Vögel Trost spendet. Die Pfeile führen durch Wege, die man alleine nicht finden, verwunschene Plätze, auf denen man ...

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Theater heute November 2021
Rubrik: Festivals, Seite 40
von Dorothea Marcus

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