Kino im Schrumpfformat

Die 71. Berlinale fand Pandemie-bedingt auf dem Laptop statt – Impressionen aus dem Lockdown

Im letzten Jahr hatten sie es noch haarscharf geschafft: Knapp bevor die erste Welle der Pandemie sämtliche kulturellen Aktivitäten hinwegspülte, ging Carlo Chatrians und Marietta Rissenbeeks erste Berlinale mit allem Drum und Dran über die Live-Bühne, deutlich zurückhaltender und ästhetisch herausfordernder allerdings, als man es von Vorgänger Dieter Kosslick gewohnt war. Dass Chatrian und Rissenbeeck in ihrer Auswahl vorzugsweise auf die konzentrierten, stilleren Formate setzen, erwies sich jetzt, in den Zeiten der digitalen Notmaßnahmen, als Vorteil.

Die dicken Knaller im Schrumpfformat des heimischen Laptops, wer will das schon?

Nicht mal halb so viel Filme wie 2020 – da waren es 341 – waren bei der Corona-Berlinale Anfang März zu sehen, ausschließlich fürs Fachpublikum und akkreditierte Presse. (Ein kleiner Teil des Programms soll im Juni dem Berliner Publikum gezeigt werden, pandemiebedingt als reine Open-Air-Veranstaltung.) Im fünftägigen, eng getakteten März-Streaming waren die Filme jeweils 24 Stunden lang nur für die Akkreditierten sichtbar, für die Presse aber nicht alle: Die deutschen Wettbewerbsfilme von Dominik Graf und Daniel Brühl etwa verweigerten sich dem ...

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Theater heute Juni 2021
Rubrik: Berlinale 2021, Seite 26
von Barbara Burckhardt

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