Laut und deutlich
Das schöne englische Wort «to speak up» ist gar nicht so leicht ins Deutsche zu übersetzen. «Laut und deutlich reden» klingt nach Sprecherziehung, «aufmerken» altertümlich. «Den Mund aufmachen» wäre eine Möglichkeit, weil es den erforderlichen Mut unterstreicht, allerdings scheint es eine pädagogische Verhörsituation zu implizieren. Dass man sich für eine wichtige Sache, die vielleicht auch die eigene ist, einsetzt, ist damit nicht so recht getroffen.
In den vergangenen Wochen ereigneten sich zwei eindrückliche Beispiele fürs Speaking-up.
185 LGBTIQ-Schauspieler*innen forderten auf eine Initiative von Karin Hanczewski und Godehard Giese im Magazin der «Süddeutschen Zeitung» mehr Sichtbarkeit und Anerkennung – und zeigten bei der Gelegenheit offensiv Gesicht. Schauspieler*innen wie Mehmet Atesçi (Burgtheater Wien, ehemals Maxim Gorki Theater), Eva Meckbach (ehemals Schaubühne) und Tucké Royale sprachen unter der Überschrift «Wir sind schon da» darüber, wie Film und Fernsehen immer noch darauf bedacht sind, die Sexualität von Schauspieler*innen zu verschleiern, wenn diese nicht heterosexuell sind.
Auch deswegen, weil geoutete Darsteller*innen häufig auf ihre Sexualität reduziert ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein

- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Theater heute März 2021
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Eva Behrendt
Manchmal muss ein Festival gar nicht an einen Gedenktag anknüpfen, damit sein Programm hochaktuell erscheint. So ist es jetzt beim Digitalfestival «Diaspora Europa» gewesen, das vom 27. bis zum 31. Januar auf der Homepage der Berliner Volksbühne zu sehen war.
Das von Shelly Kupferberg und Tímea Junghaus kuratierte Festival gab einen aufschlussreichen Einblick in...
Niemand kann derzeit genau sagen, ob, wie und wann genau das Berliner Theatertreffen stattfinden wird. Aber die Auswahl steht!
Eingeladen sind Anna Gmeyner «Automatenbüffett» (Regie Barbara Frey, Akademietheater Wien), «Der Zauberberg» nach Thomas Mann (Regie Sebastian Hartmann, Deutsches Theater Berlin), «Einfach das Ende der Welt» nach Jean-Luc Lagarce (Regie...
Bekannt wurde Lars Norén im deutschsprachigen Raum mit wüst-verklemmten Zimmerschlacht-Dramen à la «Wer hat Angst vor Virginia Woolf». Sie hießen «Nachtwache», «Dämonen» oder nicht weniger düster «Nacht, Mutter des Tages» und wurden mit hochkarätiger Besetzung – zum Beispiel Gert Voss und Kirsten Dene – von Claus Peymann oder Alfred Kirchner noch im Bochumer...