So schnell verschwindet das Theater nicht

Auch im zweiten Lockdown versuchen Theater, das Internet als Bühne zu bespielen. Wenn auch deutlich zaghafter als noch vor einem halben Jahr

Premierenabend im Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Heike M. Goetze inszeniert Ödön von Horváths «Geschichten aus dem Wiener Wald» als alptraumhafte Theater-Installation, die vom «Volksstück gegen das Volksstück» wenig übrig lässt außer gesichtslosen Zombies, die auf der auf den Kopf gestellten Bühne ihr Unwesen treiben.

Als «eine Geisterpremiere» charakterisiert Schauspielhaus-Intendantin Karin Beier den Abend: Der Schutz vor der Corona-Pandemie hat ihr Haus wie alle deutschen Bühnen zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate in einen Lockdown gezwungen, kein Publikum darf die Säle betreten. Im Gegensatz zum Frühjahr darf allerdings noch geprobt werden. Auch Premieren dürfen im Grunde gefeiert werden, nur eben ohne Zuschauer*innen. Und Beier lässt die Premiere zu, im leeren Saal: Das Stück wird live gestreamt und ist so etwas anderes als die Theater-Streamings, mit denen die Bühnen im Frühjahr ihre Websites bespielten und die genau genommen online gestellte Theatermitschnitte aus der Konserve waren. Diesmal aber wird die durch den Frühjahrs-Lockdown in Frage gestellte Losung «Theater ist live» ernst genommen; all das, was man (in diskutabler Übertragungsqualität) auf dem Bildschirm ...

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Theater heute Januar 2021
Rubrik: Streams, Seite 9
von Falk Schreiber

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