Freie Szene: Was will das Kind?

Theater über Autismus: Tobias Yves Zintel und Przemek Zybowski inszenieren «Autistische Spiele» am Berliner Ballhaus Ost

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Die ersten Minuten passiert nichts. Ein buntes Bühnenbild, ein wallendes Laken an der Decke, es dominiert die Farbe Rosa. Eine Höhle? Im Innern des Schweinebauchs? Schließlich betreten fünf Performer die Bühne und beschreiben Menschen, die sie in den vorausgehenden Minuten offenbar im Publikum beobachtet haben. Bewegungen, Kleidungsstücke, Gespräche, Frisuren. Das Aussehen und Verhalten von fremden Personen in Momentaufnahmen ist eine Collage von losen Teilen, die unverbunden im Raum schweben. Und damit ist man schon mitten im Autismus.

Besonders am schwer beeinträchtigten Ende des breiten Ausprägungsspektrums fügen sich bei dieser Behinderung Gesehenes und Erlebtes nicht in einen größeren Sinnzusammenhang. Zumindest nicht in eine Sinnhaftigkeit, die sich von außen verstehen lässt.

Der Bildende Künstler und Regisseur Tobias Yves Zintel ist mit einem autistischen Bruder aufgewachsen. Wie sich der Autismus von Marcus auf die Familie auswirkte, thematisierte Zintel 2012 bereits im Film «Mental Radio». In den «Autistischen Spielen» im Ballhaus Ost greift er den Stoff gemeinsam mit dem Psychiater und Autor Przemek Zybowski neu auf: Die beiden verbinden Videodokumente, tänzerische und ...

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Theater heute Mai 2020
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Monika Scheele

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