Moderne Zeiten
Wenn man den westlichen Liberalismus auf seine ideologische Spitze treiben will, ist man bei Ayn Rand an der richtigen Adresse. Ihr radikallibertäres Programm kennt nur ein Extrem: das Hohelied des Individualismus, verkörpert in charismatischen Unternehmerpersönlichkeiten, die nur an ihren eigenen Vorteil denken, Geld machen wollen und besessen ihren innovativen Ideen folgen. Des Teufels sind in ihrer Vorstellung alle staatlichen Eingriffe wie soziale Umverteilung, Einhegungen des Raubritter-Kapitalismus oder Washingtoner Lobbyismus.
Auch jede Form von Fürsorge, öffentlichem Bildungsauftrag und sonstiger Sozialduselei sind strikt abzulehnen. Urlaub ist auch schädlich. Kurz: Trump pur (ohne Golfspielen).
Entsprechend hat sie über die Jahrzehnte eine eindrucksvolle Fangemeinde versammelt. Ronald Reagan gehörte ebenso dazu wie Margaret Thatcher oder der frühere amerikanische Notenbank-Chef Alan Greenspan, dessen Niedrigzinspolitik die Grundlage für die Finanzkrise gelegt hat, aber auch aktuellere Industriegrößen wie der Amazon-Gründer Jeff Bezos, Apple-Genie Steven Jobs oder der erst kürzlich zurückgetretene republikanische Mehrheitsführer im amerikanischen Kongress Paul Ryan.
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Theater heute März 2020
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Franz Wille
«Baut einen Weg», animiert der Schauspieler Maximilian Reichert die sechs Kinder, die im Zürcher Schauspielhaus einen imaginären Abgrund überwinden. Sie müssen den Teddy Alf retten. Über Stühle und Tische geht die waghalsige Menschenkette, mit rotem Tourenseil und Einkaufswagen. «Ihr müsst aufeinander aufpassen!» Und sie schaffen es, gemeinsam. Wie eine kleine...
Thomas Bernhards letztes Theaterstück wurde genau 50 Jahre nach dem «Anschluss» Österreichs an Nazi-Deutschland uraufgeführt: «Heldenplatz» war der Beitrag des Burgtheaters zum Gedenkjahr 1988. Die Premiere war Auslöser eines legendären Theaterskandals, in dessen Verlauf unter anderem eine Fuhre Mist vor dem Theater abgelagert wurde und die «Kronen-Zeitung» mit der...
Die einzige Profischauspielerin im Team, Hanna (Werth), gibt gleich zu Beginn den Problemtakt vor: «49 Prozent der Deutschen geben an, dass in ihrer Familie der Nationalsozialismus abgelehnt worden wäre. Niemand möchte gerne Nazis in der Familie haben.» Schon klar, aber: «Irgendjemand muss es gewesen sein. Hitler hat sich ja nicht selbst vom Straßenrand aus...
