«Die Natur kennt keine Katastrophen»

Alexander Giesche erzählt Max Frischs «Der Mensch erscheint im Holozän» als Visual Poem im Zürcher Schauspielhaus

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«Baut einen Weg», animiert der Schauspieler Maximilian Reichert die sechs Kinder, die im Zürcher Schauspielhaus einen imaginären Abgrund überwinden. Sie müssen den Teddy Alf retten. Über Stühle und Tische geht die waghalsige Menschenkette, mit rotem Tourenseil und Einkaufswagen. «Ihr müsst aufeinander aufpassen!» Und sie schaffen es, gemeinsam. Wie eine kleine heitere Utopie am Rande mutet die kurze Szene an, die die skeptische Grundstimmung des Abends konterkariert. Ein zuversichtlicher Break: Im Mitein­ander liegt die Lösung.

Solidarität: Sie entpuppt sich als so etwas wie das «Magic Word» in dieser ersten Spielzeit von Nicolas Stemann und Benjamin von Blomberg am Schauspielhaus. Die die Doppel-Intendanten ja eben nicht allein bestreiten, sondern im Team mit sieben weiteren leitenden Künstler*innen. Immer mal taucht der Begriff in den bisher vorliegenden Arbeiten auf, immer an zentraler Stelle. In Christopher Rüpings Steinbeck-Inszenierung «Früchte des Zorns» geht es um nichts anderes. Aber auch aus Stemanns Ayn-Rand-Musical «Der Streik» schreit die Idee geradezu heraus, wenn auch mit umgekehrtem Vorzeichen, wenn die klassenkämpfenden Kapitalisten Brecht/Eislers einschlägiges Lied ...

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Theater heute März 2020
Rubrik: Aufführungen, Seite 14
von Andreas Klaeui

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