Tosende Stille
«Zwei Jahre klingen lassen.»
Dies möchte der Schweizer Schlagzeuger und Komponist Fritz Hauser immer mal wieder in seine Partitur schreiben, wenn es um einen abschließenden Gong- oder Beckenschlag geht. Wer Hauser kennt, weiß, wie er zu dieser Vorstellung kommt. Wer ihn nicht kennt, erfährt durch diesen eigentümlichen Wunsch einiges über Hausers Wesen. Er hat als Klangkünstler in Jahrzehnten seiner Tätigkeit immer das Unmögliche gesucht – und oft auch gefunden.
Konventionelles oder effekthascherisches Trommeln ist ihm fremd, er forscht an den Rändern, in den Zwischenräumen. Als Mensch mit feinstem Gehör versucht er, die klanglichen Welten auszuloten, die sich hinter all dem Soundgewitter befinden, dem wir täglich ausgesetzt sind oder uns selbst aussetzen in einer Welt von Kopfhörern und komprimierten Musik-Dateiformaten.
Allerdings gibt es kaum etwas, was ihn klanglich nicht inspiriert. Darin ähnelt er dem Individualisten John Cage, der noch für ihn komponiert hat. Hauser ist im besten Sinne auch ein Exorzist. Den Lärm, der ihn umgibt, kann er schon mal mit selbst produziertem Krach austreiben – oder, was letztlich viel erstaunlicher ist, mit tosender Stille. Viele Elemente ...
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