Mogarabirandodakari
Es muss ein prächtiges Beerdigungswetter geherrscht haben im Februar 1948, als Karl Valentin bestattet wurde: «Als wir fortgingen, erlaubte der Dahingegangene uns zuletzt doch auch noch ein stilles Lächeln – darüber, dass er im Fasching, am Rosenmontag gestorben war und an einem Aschermittwoch begraben worden war, an dem es aus einem filzig-grauen Himmel auf die schwarzen Schirme regnete wie an Allerseelen.
»
Danach setzte sich der Schriftsteller, Kritiker und Diplomat Wilhelm Hausenstein endlich an den Schreibtisch und verfasste jenen langen Aufsatz über seinen scheuen Freund, den er schon längst hatte schreiben wollen, um ihn zusammen mit einer Fotoserie Valentinscher Selbstinszenierungen herauszugeben. Aber es war ihm immer etwas dazwischen gekommen; schließlich hatte Valentin die Fotos kurz vor seinem Tod ohne Text als Leporellos zur Eigenwerbung gedruckt. 70 Jahre später sind sie jetzt doch noch zusammengekommen, die Bilder und der Text, für den bemerkenswerten Band «Karl Valentin – 64 Fotographien» im Schirmer/Mosel-Verlag.
Hausenstein, ein früher Fan und publizistischer Begleiter Valentins, gelingt mit «Die Masken des Komikers» eines der prägnantesten Porträts des Autors ...
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Theater heute August/September 2019
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Franz Wille
Die österreichische «Theaterallianz» ist ein 2013 gegründetes Netzwerk von sechs Theaterhäusern in sechs verschiedenen Bundesländern, die besonderen Wert auf zeitgenössische Dramatik legen und einschlägige Inszenierungen untereinander austauschen. Seit 2016 vergibt die Theaterallianz auch einen Autor*innenpreis, wobei die damit ausgezeichneten Stücke an allen...
Fast jedes «man» in diesem Text könnte wahrscheinlich ein «Mann» sein. Denn auch wenn hier eine Frau schreibt, ist diese Theaterwelt immer noch eine oft sehr männliche Welt – und nicht nur die. Dessen sind sich Stefan Pucher und die Volksbühne sehr bewusst, wie schon an Ankündigung und Programmheft für die Inszenierung von Wedekinds «Lulu» zu erkennen ist....
Zuletzt schieden sich noch einmal die Geister, und dem scheidenden Intendanten widerfuhr die unverhoffte Ehre, von einem erregten Junggroßkritiker einer westdeutschen Tageszeitung abgekanzelt zu werden wie ein Schuldirektor, der seine Aufsichtspflicht verletzt hat. Der Grund: Martin Kušej hatte für die letzte Inszenierung seiner achtjährigen Intendanz am Münchner...
