Rundkurs Geometrie

Fritsch «Wer hat Angst vor Hugo Wolf?» in Zürich

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Sieben Frauen singen. Ein Pianist darf begleiten. Und die Kunst dreht sich um sich selbst. Das ist Herbert Fritschs «Wer hat Angst vor Hugo Wolf?» am Schauspielhaus Zürich, der erste Liederabend des zurzeit radikal komischsten Universalgenies im deutschen Theater. Für diesmal begnügt sich Fritsch nicht – wie etwa in seiner Zürcher Musicalparodie auf den «Schwarzen Hecht» – mit purem Klamauk. Es wird poetisch im Pfauen. Aber diese Poesie ist flüchtig. Flüchtig wie ein Gedicht. 

Die Show beginnt mit einem Rundkurs in Geometrie.

Zwei Quadrate, ein Trapez, rot, blau, gelb, drehen sich im Kreise. Das knarzt, das knirscht, das klickt und klackt. Der Lack der übermannshohen Elemente glänzt mit dem Schwarz eines Konzertflügels um die Wette. Letzterer bleibt nicht lange leer. Hier wohnt ein feister Pianist mit feuchten Augen, mit flinken Fingern, sein Elton-John-Jackett glitzert, er trägt es mit Würde und völlig zu Recht. Carsten Meyer wird zum heimlichen Star des Abends werden. Wo das Damenensemble Augen, Beine, Bauch und Stimme sind, bildet er das Rückgrat. Und den Rhythmus, bei dem jede mit muss: Boogie, Jazz, Soul, Swing, in diesem Pianisten steckt eine umwerfende Vielfalt, und, wie ...

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Theater heute Juli 2016
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Stephan Reuter

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