Report von der Fleischbank

Frank Castorf arbeitet sich am Münchner Residenztheater in die Gedärme von Jaroslav Hašeks Roman «Die Abenteuer des guten Soldaten Švejk im Weltkrieg»

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Es ist noch ziemlich am Anfang dieser knappe fünf Stunden währenden Reise in die Nacht, da flimmern ein paar kurze Szenenausschnitte aus einem frühen Fassbinder-Film über die Screens, auf denen später die Castorf-Crew in stickigen Séparées übereinander herfallen wird.

«Warnung vor einer heiligen Nutte» aus dem Jahr 1971 heißt die radikale Selbstanalyse über ein in Italien herumlungerndes Film-Team, das in Ermangelung von Geld und Hauptdarsteller mithilfe ungezählter Cuba Libres langsam in ein heilloses gruppendynamisches Delirium abdriftet und dabei doch gerade der heiligen Nutte – gemeint ist der Film selbst – direkt in die Arme fällt. Womöglich besteht ja eine Wesensverwandtschaft zwischen dem Münchner Filmgenie und dem Berliner Theatertycoon, zumindest was die unübersichtlichen Arbeitsfamilienverhältnisse und die Zermürbungstaktik zur Mobilisierung aller Kraftressourcen bis zur finalen Erschöpfung (von Ak­teuren wie Zuschauern) betrifft. 

In den Konturen der Volksbühne

 

Die hat Frank Castorf nun bei Jaroslav Hašeks unvollendetem Roman «Die Abenteuer des guten Soldaten Švejk im Weltkrieg» am Münchner Residenztheater erneut entschlossen in Anschlag gebracht. Und auch wenn in der ...

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Theater heute Juni 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Silvia Stammen

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