Ein europäisches Fiasko
Auf meinen Auslandsreisen sehen mir die Leute häufig fragend in die Augen: Was treibt ihr dort eigentlich in Ungarn? OhneZweifel scheint Ungarn in den letzten Jahren einfach unfähig zu sein, demokratisch zu funktionieren. Alle Gebiete des Lebens, die man bislang für unabhängig und frei hielt, werden von der Politik entschieden, und auf fürchterliche Weise werden Menschenrechte eingeschränkt.
Als allerdings im letzten Monat gegen den Beschluss eines Fachgremiums auf der Basis einer lächerlich niveaulosen Bewerbungzur Leitung des Új Színház (Neues Theater) der rechtsradikale Schauspieler György Dörner und der für seine antisemitischen Äußerungen bekannte Dramenautor István Csurka (auch Präsident der rechtsradikalen MIÉP Partei) ernannt wurden, war das eine Entscheidung, die nicht länger unkommentiert bleiben darf. Nicht nur, weil dahinter eindeutig ein politischer Wille steht, sondern auch, weil uns diese Tat auf den drohenden Abgrund aufmerksam macht, der sich zwischenuns und Europa auftut. Also: Was treiben wir hier eigentlich?
Die politischen Machtmanöver dieser Ernennung wie auch die Ausrichtung einer ganzen Reihe von Kulturinstitutionen nach politischen Fahnen, das alles ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Dezember 2011
Rubrik: FOYER, Seite 1
von Kornél Mundruczó
Die Stadt haben die Schwestern sich als luftige Sehnsuchts-Skyline ganz oben ins Kinderzimmer gehängt, das Landleben läuft als stummes Baumrauschen auf dem Flachbildschirm, obwohl man es vor der Tür doch gefühlsintensiver hätte. Wie Aufziehpuppen hasten die Bewohner durch ihr Gut, das Theun Mosk im Schauspielhaus
Bochum über vier Etagen als pittoreskes...
Franz Wille Wenn man im dritten Jahr seiner ersten Intendanz freiwillig nicht verlängert, ist irgendetwas nicht ganz glücklich gelaufen. Was genau?
Sebastian Hartmann Wo fängt man da an? Die größte Schwierigkeit lag darin, gemeinsam mit der Leipziger Politik in die Zukunft zu schauen. Einerseits die fehlende inhaltliche Kommunikation, die Frage, was ein Theater...
Ein spielwiesenbreites Bett, eine Lagerstatt wie die Kommandobrücke eines Luxusliners auf übereinander gestapelten Podesten. Mit versteckten Schubkästen für die wichtigen Dinge im Alltag der Mode-Kapitänin Petra von Kant: nämlich Geld, Laptop, High-Heels, Alkohol.
Susanne Maier-Staufen hat für Fassbinders Melodram einer Domina, die schamlos ihre
Untertanen tritt,...
