Zwischenreiche
Der Hauptbahnhof Gelsenkirchen ist deprimierend. Überquellende Mülleimer, Geruch von altem Dö -ner, auf zwei Ebenen irgendwelche Shops, tätowiert herumstehende junge Männer. Und dann hat man das gelbe Schild mit dem QR-Code doch noch gefunden, steigt aufs selbst mitgebrachte Fahrrad und folgt den Pfeilen, die an Laternenpfählen oder Zäunen angebracht sind. Und befindet sich auf einmal, unerwartet schnell, mitten in unberührtem Grün.
Sieben «Naturbüro»-Podcasts haben loekenfranke aus Witten, eigentlich eine Filmproduktionsfirma, auf den rund sechs Kilometern nach PACT Zollverein verteilt; sie führen durch vorher nie wahrgenommene Waldwege, vorbei an verwunschenen Parks, friedlich grasenden Schafen, bodenständigen Brieftauben-Züchtern, der pittoresk altertümlich wirkenden Zechensiedlung Dahlbusch. Jeder der rund achtminütigen Audiobeiträge ist eine Naturbeobachtung mit ohrenbetäubendem Zwitschern. Vogelkundler werden befragt, Texte von Schauspielern gelesen, etwa ein herzzerreißender Brief von Rosa Luxemburg aus dem Gefängnis 1917, die erzählt, wie ihr der Gesang der Vögel Trost spendet. Die Pfeile führen durch Wege, die man alleine nicht finden, verwunschene Plätze, auf denen man ...
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Theater heute November 2021
Rubrik: Festivals, Seite 40
von Dorothea Marcus
Eva Behrendt Jenny Barthold, Sie engagieren sich in der Arbeitsgemeinschaft Nachhaltigkeit am Staatsschauspiel. Seit wann spielt das Thema Klimaschutz für Sie als Bühnen- und Kostümbildnerin eine Rolle?
Jenny Barthold Das Thema betrifft ja nicht nur die Ausstattung, sondern alle Bereiche. Persönlich ist Nachhaltigkeit mir schon lange wichtig, aber beruflich ist...
Burkhard C. Kosminski hat sich für sein Klimawochenende zur Saisoneröffnung als neues Stück «Ökozid» vorgenommen, nach dem gleichnamigen Film von Andres Veiel und Jutta Doberstein, der im November 2020 im Rahmen einer ARD-Themenwoche im Fernsehen ausgestrahlt worden war. Der Plot ist fiktiv und spielt in der nahen Zukunft. Man schreibt das Jahr 2034. Die...
Belästigung, Erniedrigung, Psycho-Spielchen und sexuell übergriffiges Verhalten abseits der Bühne: So lauteten die Vowürfe, mit denen Jan Fabre von einer Gruppe ehemaliger Mitglieder seiner Antwerpener Kompanie Troubleyn in einem offenen Brief konfrontiert wurde, der im belgischen Kunstmagazin «Rekto:Verso» erschien. Unmittelbarer Auslöser des Protestschreibens war...
