Zirkel, Keil, Kreis
Was macht der Mond über Soho? Er leuchtet, scharlachrot. Schwebt aber nicht liebevoll-frei, besänftigend über Menschen und Dingen. In ihm steckt ein Stachel, auch rund um den Himmelskörper gruppieren sich farbige Figuren, denen das Sentimental-Sehnsüchtige abgeht. Sie alle sind Teil eines Bühnenbildes von Magda Willi, das dem Suprematismus nachempfunden ist und die Welt in abstrakte geometrische Formen einteilt – in Zirkel, Keil, Kreis.
Auf diese projiziert Sébastien Dupouey in rasanter Folge Videos mit Bezug auf die vielfältigen künstlerischen, mehr aber noch politischen, sozialkritischen Topoi der Entstehungszeit jenes Stückes, das beim Festival d’Aix-en-Provence unter dem charmanten französischen Titel «L’Opéra de quat’sous» gezeigt wird, in der Neuübersetzung von Alexandre Pateau – und mit einem bislang unedierten Chanson für Celia Peachum.
Leider ist Letzteres ein entbehrliches Stück Musik, weder besonders originell noch stilistisch angemessen. Aber es passt zu einem Abend, an dem Regisseur Thomas Ostermeier weder die zartbittere Ironie noch die subversive Kraft findet, die die «Dreigroschenoper» auch beinahe hundert Jahre nach ihrer Uraufführung besitzen sollte, sprich: ihre ...
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Theater heute Oktober 2023
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Jürgen Otten
Torben Ibs Was bedeutet FREISCHWIMMEN für die Freie Szene?
Alisa Hecke FREISCHWIMMEN besteht seit 2004 und hat sich von einem tourenden Festival zu einer Produktionsplattform zur nachhaltigen Künstler:innenförderung entwickelt. Dazu gehören die Sophiensaele Berlin, FFT Düsseldorf, Gessnerallee Zürich, Brut Wien, Theater Rampe Stuttgart, Schwankhalle Bremen, LOFFT...
Plötzlich stand da ein Bild von ihm an einer der belebtesten Straßenkreuzungen im Zentrum von Sao Paulo: als Plakatwand der Erinnerung. Und an einem der Wohnhäuser hing über viele Stockwerke ein Banner herab – «Obrigado Zé Celso!» stand darauf, als Dank für das Theaterleben, das da gerade zu Ende gegangen war. Zé Celso Martinez Correa, geboren am 30. Juli 1937 in...
Vorhang auf!» Unter diesem Titel läuft im Rupertinum, schräg vis-à-vis von den Festspielhäusern, derzeit eine Ausstellung mit Theaterfotografien von Ruth Walz, die von 1976 bis 1990 Hausfotografin der Schaubühne war. Der Schwerpunkt der Schau (bis 12. November) liegt naheliegenderweise auf Aufführungen der Salzburger Festspiele, wo Walz in den vergangenen 30 Jahren...
