Zeitlos morbide
Was wäre eigentlich gegen sparsame Zeitgenossen einzuwenden, die ihr Geld zusammenhalten und verhindern, dass die Kinder es sinnlos verschleudern? Wäre der barocke Raffzahn Harpagon doch einfach nur das. Der auf den eigenen Vorteil bedachte Geldjunkie möchte jedoch den Sugardaddy spielen, um an eine wesentlich jüngere Frau ranzukommen. Mariane allerdings, so heißt das mittellose Babe, liebt Harpagons Sohn Cléante, und man ist versucht zu sagen: So soll es ja auch sein! Wäre da nicht der Eindruck, dass im Haus des endemischen Geizes der Apfel nicht weit vom Stamm fällt.
Molière deutet an, dass die Kombination von Gier und Geiz derart toxisch ist, dass alle Menschen in Harpagons Haushalt mehr oder weniger infiziert von ihr sind. Und es sieht so aus, als habe die aktuelle Frankfurter Inszenierung von «Der Geizige» sich genau das zu eigen gemacht. Mit Molières Klassiker eröffnete das Schauspiel die Saison; einen Tag später gab es in den Kammerspielen die Uraufführung von «Mascha K. (Tourist Status)», mit dem Anja Hilling einen anderen erzählerischen Weg einschlägt als zuletzt in ihren Theatertexten. Hilling nähert sich der jüdischen Lyrikerin Mascha Kaléko, die melancholisch-sanfte ...
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Theater heute November 2023
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Jürgen Berger
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Eines haben die schwedische Akademie und Jon Fosse auf jeden Fall gemeinsam: Sie lassen sich Zeit. Die Ehrung mit dem Literaturnobelpreis erfährt der norwegische Dramatiker und Prosa-Autor gut zwanzig Jahre nach seiner Hochkonjunktur nicht nur auf den deutschsprachigen Bühnen Ende der 1990er, Anfang der Nuller Jahre. Zwischen 2000 und 2006 verging keine Spielzeit...
AALEN, THEATER DER STADT
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R. Julius Max Ferstl
ALTENBURG/GERA, THEATER
26. nach Brüder Grimm, Der Teufel mit den drei goldenen Haaren
R. Manuel Kressin
30. nach Brüder Grimm, Schneewittchen und die sieben Zwerge
R. Manuel Kressin
ANNABERG-BUCHHOLZ, EDUARD VON WINTERSTEIN THEATER (ETO)
11. Ellis, How to date a Feminist
R....
