Wortlose Blicke auf der Straße
Mein Theater zu erklären, ist ausgesprochen schwierig.
Es ist so schwierig, dass ich nicht umhin komme, mit einem so seltsam anmutenden Thema wie «menschlichen Bomben» zu beginnen und mit «Jesus als Zimmermann» zu enden: Als ich das erste Mal von «menschlichen Bomben» hörte, war das nicht in Berichten über Angriffe von Selbstmordattentätern aus dem Mittleren Osten, wie sie gegen Ende des letzten Jahrhunderts über die ganze Welt verbreitet wurden, sondern schon viel früher: 1973, in Kunming, im äußersten Südwesten Chinas.
Das war damals ein sehr wichtiges Jahr für mich, ich hatte während der Kulturrevolution gerade drei Jahre Kinderarbeit hinter mir, mit achtzehn Jahren war ich nun zu einem ruhmreichen Arbeiter «umerzogen» worden und hatte gerade meinen Antrag auf Mitgliedschaft in der Partei eingereicht. Nachdem ich schriftlich geschworen hatte, mein Leben dem Sieg des weltweiten Kommunismus zu widmen und jederzeit bereit zu sein, mein Leben bei einem Angriff auf die «39 Stufen der imperialistischen Räuberhöhle des Weißen Hauses» zu opfern, wartete ich auf die entsprechende Anhörung. Gegen Ende jenes Jahres allerdings fiel meine Begeisterung plötzlich in sich zusammen: Eines ...
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Theater heute April 2017
Rubrik: International, Seite 34
von Zhang Xian
Sie hat Akten durchforstet und ausgewählte Dokumente auf etwas mehr als vierzig Seiten arrangiert. Darunter Briefe Göttinger Juden, Schriftsätze der Industrie- und Handelskammer Göttingen, der Kriminalpolizei und Geheimen Staatspolizei, Inventarlisten, gestelztes Amtsdeutsch des NSDAP-Kreisleiters, Augenzeugenbefragungen aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und...
Jan-Peter Kampwirth findet Freimaurer klasse: «In einem ganz normalen Händedruck liegt da eine große Verbindlichkeit!» Mitglied kann er aber leider keines werden, weil er Katholik ist – bei einer elitären Geheimgesellschaft darf nicht jeder mitspielen. Papstgläubige nicht. Und Frauen auch nicht. Das findet Gala Othero Winter ungerecht, aber Kampwirth wiegelt ab:...
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