Wie ein Engel
Karin Cerny Wie sind Sie bei Florentina Holzinger gelandet?
Lucifire Ich habe mit der Performerin Veronica Thompson, die sich in «Tanz» an den Haaren hochziehen lässt, früher in einem Zirkus gearbeitet. Sie meinte, Florentina würde Frauen suchen, die Erfahrungen mit Body Suspension haben, sich also auf Haken in ihrem Fleisch aufhängen lassen wollen. Ich hatte damit eigentlich vor zehn Jahren aufgehört, weil ich Mutter geworden bin.
Cerny Warum sind Sie zurückgekommen?
Lucifire Ich traf mich mit Florentina, um ihr jemanden zu empfehlen. Aber je länger ich mit ihr sprach, desto klarer wurde für mich, dass ich es selbst machen möchte. Ich habe in den 1990er Jahren modernen Tanz studiert, war aber dann mehr an extremem Zirkus, Side- und Freak-Shows interessiert. Und plötzlich kam bei Florentina alles wieder zusammen, was mich begeistert. Ich bin jetzt 47, als Mutter nackt auf der Bühne zu stehen, fühlt sich ziemlich Bad Ass an. Vor allem, um daraus eine starke, feministische Arbeit zu machen.
Cerny Was haben Sie früher für Kunststücke gezeigt?
Lucifire Feuersprühen und mit der Flex Funken schlagen, ich habe auf zerbrochenem Glas getanzt, den «Human Blockhead», also sich einen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Mai 2020
Rubrik: Theatertreffen Berlin, Seite 30
von Karin Cerny
Eine «Tanz-Rap-Oper» hatte die Hamburger Choreografin Jessica Nupen geplant. «The Nose» nach Gogols «Die Nase»: rund 40 Beteiligte, eine eigene Komposition des kanadischen HipHop-Querdenkers Socalled, aufgeführt in der riesigen Halle K6 im Hamburger Kulturzentrum Kampnagel. Eine Koproduktion von Kampnagel, Cape Town Opera und Staatstheater Wiesbaden, gefördert...
Eva Behrendt Herzlichen Glückwunsch zur Auswahl – und dazu, dass die Quote mit sechs Inszenierungen von Regisseurinnen sogar übererfüllt wurde. Wie ist das gelungen?
Margarete Affenzeller Eigentlich war’s ganz leicht. Es war in letzter Zeit kaum noch die Rede von der Quote, auch nicht in der Schlussdiskussion. Wir waren uns schon im Mai, als Yvonne Büdenhölzer...
Eine neu gegründete Akademie in Dortmund will das Theater fit machen für die digitale Revolution: ein Besuch vor Ort
Kaum ein Theater, das auf sich hält, legt in Corona-Zeiten die Hände in den Schoß. Die Online- und Streaming-Angebote versuchen aus dem Live-Erlebnis ein Digital-Format zu machen: ein Überblick
Von der Selbstverständlichkeit zum Existenzproblem:...
