Wenn Orangen wie Seifenblasen zerplatzen

Das Digitalfestival «Diaspora Europa» an der Berliner Volksbühne setzte sich künstlerisch, schonungslos und originell mit der Diskriminierung von Sinte*zza, Rom*nja und Jüd*innen auseinander

Theater heute - Logo

Manchmal muss ein Festival gar nicht an einen Gedenktag anknüpfen, damit sein Programm hochaktuell erscheint. So ist es jetzt beim Digitalfestival «Diaspora Europa» gewesen, das vom 27. bis zum 31. Januar auf der Homepage der Berliner Volksbühne zu sehen war. 

Das von Shelly Kupferberg und Tímea Junghaus kuratierte Festival gab einen aufschlussreichen Einblick in die zeitgenössischen Positionen von Sinte*zza, Rom*nja und Jüd*innen.

Seine Teilnehmer*innen hatten sich in Performances, Diskussionen, Lectures und Konzerten mal satirisch, mal ernst, aber immer schonungslos mit Europas unheilvoller Seite auseinandergesetzt. Genauer gesagt mit seinem tief verwurzelten Antisemitismus und -ziganismus, die seit einigen Jahren ja wieder sehr unverhohlen zur Schau gestellt werden.

Den besten Beweis dafür lieferte dann auch gleich eine während des Festivals im WDR ausgestrahlte Talksendung, die vor Alltagsrassismus nur so strotzte. Während «Diaspora Europa» mit rassistischen Vorurteilen aufzuräumen versuchte, diskutierten in «Die letzte Instanz» fünf weiße Fernsehgesichter darüber, ob man so ein Wort wie «Zigeunersauce» überhaupt noch sagen dürfe und kamen zu dem Ergebnis, dass die «politische ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute März 2021
Rubrik: Aufführungen, Seite 51
von Anna Fastabend

Weitere Beiträge
Suchlauf 3/21

5./FREITAG 20.15, 3sat: Maximilian – Das Spiel von Macht und Liebe (1/3) 
Fernsehfilm (Österreich/Deutschland 
2017) von Andreas Prochaska, mit Christa Théret, Jannis Niewöhner, Alix Poisson, Jean-Hugues Anglade, Miriam Fussenegger 
21.45, 3sat: Maximilian – Das Spiel von Macht und Liebe (2/3) 21.45, 3sat: Maximilian – Das Spiel von Macht und Liebe (3/3)

7./SONNTAG...

Aus dem zersplitterten Europa

Joachim Lux friert. Der Intendant des Hamburger Thalia Theaters sitzt mit Schal und Mütze in der augenscheinlich ungeheizten Theaterbar Nachtasyl und bibbert einen Text in die Kamera, eine eher freundliche als erhellende Begrüßung zum pandemiebedingt ins Internet verlagerten Festival Lessingtage: «When theatres are closed, audiences come together in their homes for...

Das Stück 3/2021

Sivan Ben Yishais Stück Wounds Are Forever (Selbstportrait als Nationaldichterin) ist aufgrund der komplexen Gestalung in diesem CMS nicht darstellbar. Bitte sehen Sie es im E-Paper an oder schicken Sie unter Angabe Ihrer Abo-Nummer eine Mail an redaktion@theaterheute.de, wenn Sie es als PDF wünschen.