«Wenn da keine Idee ist, denk’ ich mir gern selber was aus»

Die Schauspielerin Svenja Liesau kann super von der Seite stören, spielt aber auch Hamlet, wenn’s sein muss

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Solche Einladungen bekommt man als Theaterkritikerin selten: «Liebe Frau Wahl, ich freue mich sehr, dass Sie daran interessiert sind, ein Interview mit mir zu machen. Ich habe aus Gründen, die sich mir nicht vollständig erschließen, große Lust dazu!», schrieb Svenja Liesau zurück, als ich sie um ein Gespräch für dieses Porträt bat.

«Wenn Sie Lust haben» – so ging die Mail weiter –, «kochen wir was zusammen oder Sie setzen sich in den Garten und ich gieße um Sie herum die Pflanzen (die Vorstellung, nahezu bewegungslos dazusitzen und über Antworten auf Fragen nachzugrübeln, löst bei mir eine gewisse Nervosität aus …). Wenn das für Sie angenehm klingt, rufen Sie mich doch gern an und wir besprechen die Details. Mit freundlichem Gruß, Svenja.» 

Stimmt eigentlich: Wann hätte man die Schauspielerin Svenja Liesau schon einmal bewegungslos auf der Bühne sitzen sehen? In Armin Petras’ Fritz-Kater-Uraufführung «Buch» 2015 an den Münchner Kammerspielen, in der neben vielem anderen auch eine gehbehinderte Elefantin eine Rolle spielte, machte sie sich mit der mutmaßlich peinlichkeitsfreiesten Rüsseltierchoreografie unsterblich, die im Theater bis dato zu sehen war. Und auch am Berliner Maxim ...

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Theater heute August/September 2022
Rubrik: Akteure, Seite 35
von Christine Wahl

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