Weniger ist nicht mehr, aber jünger

Im Bonner Schauspiel sucht Nicola Bramkamp nach Konturen und Angstfreiheit

Die jüngste Bonner Theatergeschichte ist ein Treppenwitz. Zweimal gab es Sparauflagen der Stadt für das Theater, die der amtierende Intendant nicht mittragen wollte: Manfred Beilharz 2003, dann Klaus Weise 2013. Und zweimal fand sich natürlich jemand, der bereit war, auch den verkleinerten Laden zu übernehmen. Nach Weise nun Bernhard Helmich. Diesmal wurde die Treppe etwas angeschrägt. Die 3,5 Millionen Euro, die Weise nicht einsparen wollte, muss Helmich nun erst nach einem Übergangsjahr aus dem Betrieb her­ausquetschen.

Aber das reicht Teilen der Opposition noch lange nicht.

Bonn als eine der wohlhabendsten Städte Nordrhein-Westfalens – es hat die höchste Zuzugsrate von Akademikern in ganz Deutschland und wachsende Einkommenssteuereinnahmen, ist Sitz von drei DAX-Konzernen –, hat dennoch erhebliche Haushaltsprobleme. In dieser bedrohten Idylle wollen die Piraten, unterstützt von den Sportvereinen der Stadt, bei der Oper noch viel kräftiger zulangen. Seit November werden von einer Bür­ger­initiative Unterschriften gesammelt für eine Reduzierung des Opern­-etats von 20 auf 8 Millionen Euro. Das Schauspiel steht dabei eigentlich nicht in der Schusslinie. Aber bei einem ...

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Theater heute Januar 2014
Rubrik: Starts/Aufführungen, Seite 18
von Gerhard Preußer

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