Von der Schönheit, Faschisten zu töten

Das Festival Internationale Neue Dramatik (FIND) findet an der Schaubühne Gastspiele, die sich erstaunlich konkret mit politischen Fragen beschäftigen

Theater heute - Logo

Am 19. Juli 1936 rief die kommunistische Abgeordnete Dolores Ibárruri Gómez die spanische Bevölkerung über Radio Madrid zur Verteidigung der Demokratie auf. Zwei Tage zuvor hatte das Militär gegen die Zweite Spanische Republik geputscht und damit einen Bürgerkrieg ausgelöst, der insgesamt knapp drei Jahre dauerte und fast eine halbe Million Menschen tötete, bis ihn das nationalistische Bündnis unter General Franco schließlich mit Unterstützung des faschistischen Italiens und des nationalsozialistischen Deutschlands gewann.

«¡No pasarán! – Sie kommen nicht durch!», hatte Ibárruri in ihrer berühmten Rede gerufen – und sich für den Ausdruck dieser Hoffnung ein französisches Motto aus dem Ersten Weltkrieg geliehen. Heute kann der emblematische Slogan einigermaßen traditionsbewusst auf eine internationale Bedeutungsgeschichte im politischen Kampf gegen den Faschismus blicken. Zuletzt erhielt er 2012 weltweit Aufmerksamkeit auf dem T-Shirt der Pussy-Riot-Aktivistin Nadya Tolokonnikova beim Gerichtsprozess. Umgekehrt schrieben sich die russischen Aktivistinnen mit ihrem Statement-Shirt in die Geschichte des antifaschistischen Widerstands ein.

In dieser altlinken Tradition steht auch die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Juli 2024
Rubrik: Festivals, Seite 54
von Anja Quickert

Weitere Beiträge
Am Ende Hoffnung

Da bricht er durch. Unter Nebel und Getöse wird die rechte Wand des grauen Hotelzimmers umgeworfen, und heraus tritt in martialisch behelmter Kampfmontur Matthias Avemarg als Soldat und zeigt dem ohnehin schon desolaten Ian, gespielt von Maximilian Bendl, wo der Hammer hängt. Im Hintergrund, mit viel Nebel und Gegenlicht, vergewaltigt er ihn erst und reißt ihm dann...

Sivan Ben Yishai: Nora oder Wie man das Herrenhaus kompostiert

Aufgrund seiner komplexen graphischen Gestaltung kann "Nora oder Wie man das Herrenhaus kompostiert" nicht im Browser dargestellt werden. Bitte nutzen Sie das E-Paper oder wenden Sie sich für ein PDF an kontakt@der-theaterverlag.de.

Suchlauf 7/24

WWW.ARTE.TV 
bis 27.9., John Neumeier – Ein Leben für den Tanz

Dokumentation Deutschland 2024 Regisseur Andreas Morell reist mit John Neumeier, seit 1996 Ballettintendant an der Staatsoper in Hamburg, zu seinen Anfängen nach Milwaukee und Chicago. Ausschnitte zeigen prägende Arbeiten seiner Karriere.

bis Mai 2025, In Kurzfilmen durch Europa
Acht Kurzfilme, die von...