Verhärtete Fronten

Politisch korrekt, künstlerisch frei – der Rassismusdiskurs an den US-Hochschulen und im -Theater

Wer braucht sie noch, die von rassistischen weißen Männern geschriebenen Klassiker? Wie viel künstlerische Freiheit darf sich andererseits politisch korrekte Kunst erlauben? Die Frage nach der Identität ist in den USA derzeit allgegenwärtig und beherrscht auch die Theaterwelt. Eine von Anbeginn an rassistische Gesellschaft bedarf zweifelsohne der Aufarbeitung ihrer Traumata.

Besonders Black Lives Matter schafft seit 2013 verstärkt ein dringend benötigtes Bewusstsein für den immanenten Rassismus und die ungerechte Verteilung von Privilegien in der US-amerikanischen Gesellschaft – aber stellt sich die Bewegung gelegentlich mit ideologischer Strenge selbst ein Bein?

Besonders in der akademischen Welt zeigten sich in der jüngeren Vergangenheit Muster verhärteter Fronten. Im amerikanischen Theatersystem, das nicht öffentlich gefördert ist, verfügen die Uni-Theaterabteilungen häufig über überdurchschnittlich viel Geld und große Bühnen, um die frischen Talente, die sie ausbilden, schon früh mit ansehnlichen Produktionen auf die Bühne zu bringen. Die Verhältnisse in der akademischen Welt unterscheiden sich selbstverständlich vom US-Theater im Allgemeinen, jedoch werden die entscheidenden ...

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Theater heute Juli 2019
Rubrik: International, Seite 44
von Henning Bochert