Untergehen, sterben, scheitern
Das surreale endzeitliche Schweben wird auf dem Theater nicht einfacher in einer Zeit, wo die Melancholie und Katastrophensucht der inzwischen auch schon guten alten Postmoderne den Mainstream schon lange fest im Griff haben mit großen, ja grandiosen Szenarien, mit Filmen wie «The Matrix» oder «Inception».
So ein Beckett leuchtet da mit einem seltsam schwach gewordenen Lichtlein durch den ewigen Nebel der Postzeit, und vielleicht ist das ja der Grund, dass sich Stefan Pucher in seiner Zürcher Inszenierung von «Endspiel» gerade nicht für das von Beckett geforderte fahle Licht entschieden hat, sondern für ein äußerst grelles.
Neongrün kommt die Bühne von Barbara Ehnes nämlich daher, derart hell ausgeleuchtet ist sie, dass keine Schatten mehr zu sehen sind und keine Kanten, man kennt diese Art von Räumen aus der Kunst, sie nehmen ihren Insassen jede Orientierung, und genau darum geht es ja im «Endspiel». Um zwei Männer, deren Geschicke schon seit Jahrzehnten zu einem verschmolzen sind, um Hamm und Clov, den Herren und den Sklaven, die sich bis zum endgültigen Ende nicht mehr auseinanderdividieren lassen, zwei alternde Unglücksgeschöpfe, die mit Hamms Eltern in diesem seltsamen Bunker ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute November 2011
Rubrik: AUFFÜHRUNGEN, Seite 28
von Simone Meier
Die Intendanzen am Residenztheater München und am Düsseldorfer Schauspielhaus suchen neue Perspektiven
Heinz Bennent – ein Nachruf
nächster Stückabdruck: Iwan Wyrypajew "Illusion"
Die Theaterzeitschrift im 52. Jahrgang
Gegründet von Erhard Friedrich und Henning Rischbieter
Impressum
Herausgeber
Friedrich Berlin Verlag
Redaktion
Eva Behrendt
Barbara Burckhardt
Franz Wille...
Was reizt so durchgängig an Ibsens «Nora», diesem ein wenig muffig-kleinstädtischem Emanzipationsdrama einer von ihrem Mann abhängigen Frau aus dem 19. Jahrhundert? In
Kay Voges’ radikal aktualisierter Dortmunder «Nora»-Inszenierung sind bürgerliche Liebeskonzepte unbrauchbar geworden. Es gilt das Gesetz des Warentauschs: Die Frau gibt dem Mann Gefühle und Sex, er...
Liebes «Theater heute»,
«Mut zur Wut!» war Deine Forderung im diesjährigen Jahrbuch. Dieser Aufforderung
möchte ich unverzüglich Folge leisten und an dieser Stelle meine Wut über die Behandlung einer von Dir leider überwiegend ausgesparten Gattung Theaterschaffender, nämlich die des arbeitslosen, pardon, freischaffenden Schauspielers frank und frei herausposaunen....
