Un/mögliche Institutionen wagen
In den letzten Jahren hat sich der Gegenstand postkolonialer Kritik in den darstellenden Künsten von der Vorder- auf die Hinterbühne erweitert. 2019 reicht es hierzulande nicht mehr aus, ein Stück, eine Performance, ein Panel oder ein Festival zu rassismuskritischen oder postkolonialen Inhalten zu veranstalten, ohne die inhärente Kolonialität der eigenen Produktionsbedingungen und Institutionen zu adressieren.
Dies ist vor allem das Verdienst verschiedener rassismuskritischer Aktivist*innen, Künstler*innen und Wissenschaftler*innen of Color und ihrer weißen Mitstreiter*innen, die durch Debatten und Skandalisierungen weiße Dominanz an Institutionen der Kunst, Kultur und Bildung immer wieder herausfordern und intersektional mit sozialen Kämpfen um Klasse, Gender, Feminismus und Inklusion verbinden. Die Zeit, in der rassifizierte Körper von einem weißen bürgerlichen Publikum zum Distinktionsgewinn konsumiert werden konnten, scheint vorbei beziehungsweise nur noch im Tandem mit besagter Selbstreflexion möglich zu sein.
Die künstlerischen Leiter*innen der Black Boxes und Guckkastenbühnen finden sich nun inmitten eines Paradigmenwechsels wieder: Die Institutionen, die ehemals bürgerliche ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2019
Rubrik: Neues Stadttheater, Seite 80
von Elisa Liepsch und Julian Warner
Der Kampfpilot einer nicht genau verorteten Luftwaffe – es kann sich um jedweden Krieg handeln – erkennt bei einem Einsatz, dass sein Abschussziel eine Schule ist, er verweigert den Befehl, dreht mit der Maschine ab, um die Bombe über dem Meer abzuwerfen. Jahrzehnte später stellen zwei Künstler*innen – unabhängig voneinander– auf der Biennale di Venezia – Werke...
Kreativitätswahn – Orignalitätsdruck – bin ich nicht Künstler – bin ich nichts?
Identitätsverlust – Realität – Verlust – Angst – Panik – Starre – Tod.
Die Blockade – die Blockade (– auf die Barrikaden)
Der Künstler als Heilsbringer des Neoliberalismus! – Am Arsch!
Einverleibung der Kunst
Oh hört auf mich – ich locke euch – ihr könnt doch alle kreativ sein – am...
In einem Aufzug, ca. 30 Messegäste. Man hört in regelmäßigen Abständen einen Papagei «loop, loop» krächzen.
Philipp Preuss Wir begrüßen alle Zuschauer und wollen gleich in medias res gehen. Zu meiner Linken begrüße ich Laura Bartleby und – nach längeren Ausreiseproblemen – Anatol Attivic aus Moskau, zu meiner Rechten Brian Cameo, der gerade aus L.A. eingetroffen...
