Unausweichlicher Zerfall

Unter dem Motto «The Bright Side of Darkness» zeigt das Theaterfestival theATRIUM in Klaipeda Inszenierungen litauischer Regisseurinnen sowie ukrainischer und russischer Theatermacher

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Der Krieg findet ganz in der Nähe statt», erklärt Gintaras Grajauskas, der Künstlerische Direktor des Dramatheaters in der Hafenstadt Klaipeda. «Die baltischen Länder, die von der Sowjetunion besetzt waren, sind sich des aggressiven russischen Imperialismus sehr wohl bewusst und wissen, dass der Krieg jederzeit auf ganz Europa übergreifen kann.» Dieser fragilen geopolitischen Lage und Kriegshandlungen in der Ukraine zum Trotz zeigte sich der diesjährige Theater-Showcase «theATRIUM» dennoch verhalten optimistisch.

Unter dem Motto «The Bright Side of Dark -ness» präsentierte er elf Highlights des litauischen Theaters: »Vielleicht ist die Dunkelheit nicht völlig pechschwarz?»

Auch Pavlo Arie sucht verzweifelt nach einem Lichtblick – «ein sonniger Tag, es riecht nach Frühling» – angesichts einer überwältigenden, völlig unfassbaren Gegenwart: «Explosionen, ganz real und ganz nah, Fensterscheiben klirren, Brandgestank auf den Straßen.» In seinem «Tagebuch des Überlebens» versucht der ukrainische Dramatiker, Worte für den russischen Überfall zu finden – das Schreiben, «ein Rettungsring». Entstanden ist ein radikal subjektives «Gefühlstagebuch», das die ersten 14 Kriegstage in Kiew ...

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Theater heute November 2023
Rubrik: Festivals, Seite 35
von Anja Quickert

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