Theater, weil!
Weil im Theater das Handy aus ist.
Weil ich andere atmen höre.
Weil wir den Atem gemeinsam anhalten.
Weil wir zusammen still sind.
Weil wir zusammen Hormone ausschütten.
Weil man sich leichter in Menschen verliebt, mit denen man Hormone ausgeschüttet hat.
Weil ich im Theater über etwas weinen kann, das mit mir nichts zu tun hat.
Weil ich im Theater nicht einsam bin.
Weil niemand Theater alleine machen kann.
Weil im Theater Leute sitzen, die ich nicht
kenne. Sogar Leute, die ich nicht ausstehen kann.
Weil auf der Bühne Menschen nebeneinander stehen können, die sich draußen
zerfleischen würden.
Weil alle Theater spielen können.
Weil Theaterspielen nicht vorspielen,
sondern zusammen spielen heißt.
Weil am Ende alle ihre eigenen Rollen
spielen, selbst wenn einige versuchen,
andere zu spielen.
Weil hier alles Künstliche gegen Kinder und Tiere verliert.
Weil alle wissen, was Theater ist.
Weil es niemand weiß.
Weil alle überrascht davon sind, was auch noch Theater sein kann.
Weil alles, was geschieht, zu Theater werden kann.
Weil Theater überall geschehen kann.
Weil auch das Publikum eine Rolle hat, selbst wenn es sich im Zuschauerraum versteckt.
Weil Aufführungen jederzeit durch jede*n ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Januar 2021
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Stefan Kaegi
Sylvana Krappatsch kann mit Stationen in Frankfurt, Wien, am Schauspielhaus Zürich und den Münchner Kammerspielen auf reiche Ensemble-Erfahrungen bauen. Zur Zeit ist sie am Schauspiel Stuttgart zu sehen – ein Porträt
Das Pangolin hat viele Fans, die ihm an den Gürteltierpanzer wollen. Vermutlich deshalb hat er ihnen das Corona-Virus beschert. Über Zoonosen und...
Madonnas drittes Studioalbum, das sie im März 1989 veröffentlichte, war ein Skandal – und ihr endgültiger Durchbruch als international gefeierter Popstar. Dabei verursachte nicht mal der titelgebende Song selbst, «Like a Prayer», eine Welle der Empörung in der katholischen Welt, sondern das dazugehörige Musikvideo: Mit einem schwarzen Negligé eher spärlich...
Premierenabend im Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Heike M. Goetze inszeniert Ödön von Horváths «Geschichten aus dem Wiener Wald» als alptraumhafte Theater-Installation, die vom «Volksstück gegen das Volksstück» wenig übrig lässt außer gesichtslosen Zombies, die auf der auf den Kopf gestellten Bühne ihr Unwesen treiben.
Als «eine Geisterpremiere» charakterisiert...
