Technik und Weltzugang

Die Auswahl des Berliner Theatertreffens zeigt auch, wie die Entwicklung des technisch Möglichen das Theater verändert

Gibt es in diesem Jahr denn also weniger Technik? Das war die letzte und weitreichendste Frage auf der Programm-Pressekonferenz im Januar, auf der die Theatertreffen-Jury ihre Auswahl präsentierte. Die leidige Technik. Als Chiffre steht sie für alles, was am Theatertreffen im Vorjahr (bei größtenteils gleicher Jury-Besetzung) sowohl gefeiert wie moniert wurde: die Tendenz zu Installationen und Loops statt zu linearen Geschichten, zu Stückentwicklungen und Performances statt Drama und Verwandlungsschauspiel, zu homogenen Ensembles statt zu heraus­ragenden Protagonisten.

Man hat die Klage von Kerr-Preisjurorin Imogen Kogge ja noch im Ohr, der ihre Suche nach dem exponierten Jungstar des Festivals 2017 erklärtermaßen reichlich schwer fiel.

Und nun scheinbar das ganze Gegenteil. Protagonisten gibt es zuhauf, ob im All-Star-Ensemble von Frank Castorfs «Faust» (mit Valery Tscheplanowa, Martin Wuttke, Sophie Rois, Marc Hosemann, Alexander Scheer, to name but a few), oder im Zürcher Frauen-Dreamteam bei Karin Henkels «Beute Frauen Krieg» (u.a. mit Lena Schwarz, Carolin Conrad, Dagna Litzenberger Vinet, Hilke Altefrohne, Kate Strong). Oder natürlich in drei Stunden elektrisierender ...

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Theater heute Mai 2018
Rubrik: Best of ... Theatertreffen Berlin, Seite 12
von Christian Rakow