Tanz der Substanzen

Das HAU Berlin zeigt Werke der Choreo­grafin Mette Ingvartsen, die demnächst an der Volksbühne inszeniert

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In der kalifornischen Wüste steht eine junge Frau und blickt zum eleganten, modernis­tischen Bungalow hinauf, der oben in den Felsen gebaut ist. Plötzlich explodiert das Gebäude. Aus immer neuen Perspektiven wiederholt sich diese Explosion, zuletzt als Detailstudie des Interieurs und in Zeitlupe. Den Kleiderschrank erwischt die Druckwelle von hinten: In grotesker Anmutung blähen sich die Kleidungsstücke für einen Moment auf, bevor sie scheinbar von Schwerkraft befreit neben Lampe, Hühnchen und Hummer zu schweben beginnen.

Vor leuchtend blauem Horizont und mit Pink Floyds psychedelischem Sound unterlegt («Come in Number 51») verwandeln sich die Alltagsdinge in ästhetische Objekte – frei von Funktion, ökonomischem Wert oder Warenfetisch. Die Explosion bringt die Objekte zum Tanzen.

Dass die dänische Choreografin und Tänzerin Mette Ingvartsen den diskursiven Teil ihrer Lecture-Performance «Speculations» mit dieser Beschreibung beendet (die sich unschwer als Ende des Films «Zabriskie Point» von Michelangelo Antonioni aus dem Jahr 1970 erkennen lässt), ist natürlich Konzept. Die Sequenz erzeugt eine künstl(er)ische Realität, in der die Objekte Eigendynamik entwickeln und sich ...

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Theater heute Juni 2017
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Anja Quickert

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