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Die zweite Ausgabe des Berliner Theater- und Tanzfestivals «Foreign Affairs» setzt auf Formen der Partizipation

Jeder ist willkommen!», umarmt der Intendant der Berliner Festspiele, Thomas Oberender, in seinem Grußwort das Publikum. «‹Wir sind das Theater, das jeden brauchen kann›», zitiert er aus dem «Amerika»-Fragment von Franz Kafka weiter; «– gibt es ein schöneres Versprechen?»

Auch der neue Leiter der «Foreign Affairs», Matthias von Hartz, hat mehr auf Anschluss gesetzt als auf Abgrenzung oder kuratorischen Eigensinn – und 18.000 Besucher in 18 Tagen zu 30 Projekten gelockt.

Zwischen Spielzeit-Ende im Hebbel am Ufer und dem etablierten «Tanz im August» gelegen, hat das Festival allerdings auch bessere Aussichten auf gute Nachbarschaftsbeziehungen als auf ein unverwechselbar eigenständiges Profil. Beim Themen-Schwerpunkt «Wette» kooperierte von Hartz mit den Berliner Kunstwerken, beim zweiten Schwerpunkt – der Künstler-Residenz und Werkschau des New Yorker Nature Theaters of Oklahoma – mit dem HAU. Der dritte «Haufen», zu dem sich Matthias von Hartz kuratorisch bekannte, war die Werkschau des Choreografen William Forsythe. Ein programmatischer Leitfaden, an dem sich die «Foreign Affairs» ausrichteten, war also eher als Versprechen erkennbar: Alle dürfen mitmachen.

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Theater heute Oktober 2013
Rubrik: Festivals, Seite 18
von Anja Quickert

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