Rituale und Verstrickungen
Plötzlich wird jemand ohnmächtig. Ausgelöst durch die drastischen Bilder, die sich als Videoprojektion über die Bühne ergießen. Steven Cohen schleicht auf diesen Bildern in hohen Plateauschuhen, greller Maske mit Sternen und einem wallenden Kostüm durch ein Schlachthaus. Der Umhang lässt sich sich in diesem Kontext als eingeweidefarben beschreiben. Blut tropft auf ihn, als er sich unter ein ausblutendes Rind legt, und kurze Zeit später kann man einem Bolzenschuss beiwohnen.
Das ist zuviel für einige, die den Saal verlassen, und gleichzeitig eine Ironie des Ortes, wo an gleicher Stelle einst mit Hermann Nitsch zum Abschluss der Intendanz von Sebastian Hartmann eines seiner Mysterien-Orgien-Theater gefeiert wurde – im Finale auch mit Kuhhälften.
Nichtsdestotrotz ist «Put your heart under your feet ... and walk!» zweimal ausverkauft im Rahmen der Euro-Scene, das diesen Abend in Zusammenarbeit mit den Berliner Festspielen als deutsche Erstaufführung herausbringt. Zugleich darf der 62-jährige Cohen noch sein Talkformat «Sphincterography» in Leipzig präsentieren; im Doppelpack mit seinem Abschminkritual «Deface», bei dem die aufwändige Maske mit Klebeband in die Form eines (kaufbaren) ...
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Theater heute Februar 2024
Rubrik: Festivals, Seite 47
von Torben Ibs
KAPITEL 1: MEINE MUTTER – Teil 1
Also, das geht jetzt irgendwie los … ich versuch mal was …
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