Regensburg: Respekt und Sehnsucht
Unspektakuläre Aufklärungsarbeit gehört an manchen kleineren Stadttheatern zum Auftrag. Regensburg zum Beispiel stellt regelmäßig auf der Studiobühne aktuelle Stücke vor, die mit wenig Aufwand und viel echtem Engagement beitragen sollen zum Verständnis der Probleme von Minderheiten in der Gesellschaft. Die Aufführungen finden nicht etwa pflichtschuldig abseits der großen Produktionen statt, sind stets gut besucht und bringen Themen zur Sprache, die sonst in der Öffentlichkeit verschwiegen werden oder über die aus Unkenntnis vorurteilsbelastet gesprochen wird.
Wie verletzend reden Männer über Frauen, wenn sie unter sich am Stammtisch sind? Was ist, wenn ein behindertes Familienmitglied einer engeren Beziehung im Weg steht? Alltags-Angelegenheiten, private Sorgen: Wie damit umgegangen wird, erzählt etwas vom Stellenwert, den Toleranz und Empathie im Zusammenleben ausmachen. Ayad Akhtars Vier-Personen-Stück «The Who and the What» führt zunächst beiläufig in das ganz normale Leben einer Emigranten-Familie und stößt langsam in eine Konfliktsituation vor, die hier von Tradition und moderner Lebensweise geprägt ist.
Es spielt in Amerika, wo ein gläubiger Vater, der sich längst ...
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Theater heute Mai 2020
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Bernd Noack
hallo/hört uns jemand?/kann uns jemand», «ist wer/ist wer da?», «wir .../ – /wir sehn wir spürn nicht ob da wer» (…) «sind wir/sind wir allein?/da draußen»: Zu Beginn von Ewald Palmetshofers «Die Verlorenen» (Stückabdruck TH 12/19) reden verschiedene Stimmen, allesamt «eine*r» genannt, in die Dunkelheit des Zuschauerraums. So will es der Autor im Text, so...
Eva Behrendt Herzlichen Glückwunsch zur Auswahl – und dazu, dass die Quote mit sechs Inszenierungen von Regisseurinnen sogar übererfüllt wurde. Wie ist das gelungen?
Margarete Affenzeller Eigentlich war’s ganz leicht. Es war in letzter Zeit kaum noch die Rede von der Quote, auch nicht in der Schlussdiskussion. Wir waren uns schon im Mai, als Yvonne Büdenhölzer...
Funktioniert Science Fiction im Theater? Schwierig. Laurie Pennys «Everything belongs to the future» ist als Roman eine durchaus beunruhigende Dystopie, in der die Menschheit das Altern aufhalten konnte, zumindest für den Teil, der sich eine Droge namens «The Fix» leisten kann. Die Wohlhabenden verbringen ihre Tage faltenfrei zwischen Sport, Müßiggang und...
