Regensburg: Respekt und Sehnsucht
Unspektakuläre Aufklärungsarbeit gehört an manchen kleineren Stadttheatern zum Auftrag. Regensburg zum Beispiel stellt regelmäßig auf der Studiobühne aktuelle Stücke vor, die mit wenig Aufwand und viel echtem Engagement beitragen sollen zum Verständnis der Probleme von Minderheiten in der Gesellschaft. Die Aufführungen finden nicht etwa pflichtschuldig abseits der großen Produktionen statt, sind stets gut besucht und bringen Themen zur Sprache, die sonst in der Öffentlichkeit verschwiegen werden oder über die aus Unkenntnis vorurteilsbelastet gesprochen wird.
Wie verletzend reden Männer über Frauen, wenn sie unter sich am Stammtisch sind? Was ist, wenn ein behindertes Familienmitglied einer engeren Beziehung im Weg steht? Alltags-Angelegenheiten, private Sorgen: Wie damit umgegangen wird, erzählt etwas vom Stellenwert, den Toleranz und Empathie im Zusammenleben ausmachen. Ayad Akhtars Vier-Personen-Stück «The Who and the What» führt zunächst beiläufig in das ganz normale Leben einer Emigranten-Familie und stößt langsam in eine Konfliktsituation vor, die hier von Tradition und moderner Lebensweise geprägt ist.
Es spielt in Amerika, wo ein gläubiger Vater, der sich längst ...
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Theater heute Mai 2020
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Bernd Noack
Ist das jetzt Trotz? Regisseur Philipp Preuss geriet im letzten Jahr in eine Repräsentationsdebatte: Seine Uraufführung des Dramas «atlas» von Thomas Köck wurde seitens asiatisch-deutscher Kulturschaffender grundlegend dafür kritisiert, dass hier «weiße Menschen die Geschichten von Menschen of colour auf deren Kosten nutzen» würden. In Mülheim inszeniert der weiße...
Ich habe so viel radikale Empathie», bricht es aus Andela heraus. Wäre es anders, wäre sie auch gar nicht ins neue Cloudworking-Team aufgenommen worden. Damit die Empathie auch wirklich radikal bleibt, lässt Chefin Claudia nicht nur sie, sondern auch Tenzin, Adrian, Jasmina und Jan immer wieder vorm grellen Schreibtischlampenlicht niederknien, damit sie...
Gemäuer wie Windows-Kacheln, schwebende Labyrinthe, gleißend gelbe Wüste mit trickanimierter Supernova-Sonne – diese Welt, durch die Frank wieder und wieder taumelt, scheint aus der Pionier-Ära der Computerspiele zu stammen. Eine Pixelwelt, die ihre algorithmische Gemachtheit nicht verschleiert. Frank erlebt sie wie in Trance. Computerstimmen sprechen zu ihm,...
