Reflexion und Abwägen
Der Corona-Lockdown hat uns dazu gebracht, die Produktionsweise an unserem Theater zu überdenken. Ich wollte nicht sofort in Aktionismus verfallen und mit Ruhe und Bedacht alle Möglichkeiten ausloten, wie wir am vernünftigsten mit dieser für uns alle völlig neuen Situation umgehen. Ich war tatsächlich überrascht von der Befürchtung anderer Theaterleute, dass das Theater, wenn man nicht so schnell wie möglich wieder vor Publikum geht, bald in Vergessenheit geraten könnte.
Unsere Angst hingegen war, dass wir, wenn wir zu voreilig das Theater wieder öffnen, unsere Mitarbeiter*innen einer unnötigen Ansteckungsgefahr aussetzen.
Eine Zeit lang habe ich sogar bei anderen Theaterleuten dafür geworben, darüber nachzudenken, die Theater bis zum Ende des Kalenderjahres nicht wieder zu öffnen. Das hatte insbesondere ökonomische Gründe, da die Kurzarbeit – die wir an unserem Theater kurz nach dem Beginn des Lockdown einführen konnten – uns im Moment schützt. Wenn wir wieder vor Publikum spielen, aber nicht wie gewohnt vor vollen Sälen, dann bedeutet das massive Verluste. Zudem ist unser Gastspielbetrieb eingestellt. Daraus ergeben sich weitere Einbußen. (Normalerweise haben wir bis zu 2 ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2020
Rubrik: Antworten auf die Zukunft, Seite 53
von Thomas Ostermeier
eine kleine shutdown-chaconne
fürs große leere burgtheater
willkommen in der irrelevanz
und
viel spaß
musik
tomaso antonio vitali – chaconne in g minor
fka twigs – home with you
johann jakob froberger – suite no 12 in C major (lamento sopra la
dolorosa oerdita della real msta di ferdinando iv)
//
hinten ein paar geigen
die einfach keine ruhe geben wollen
zwei drei...
Die Reise – oder besser: der Ritt – beginnt an einer Straßenecke in Jaffa, Tel-Aviv. Das Jahr: 2014, die Zeit: vier Uhr morgens, die Heldin: Sivan Ben Yishai – Moment mal: Sivan? Die Autorin Sivan Ben Yishai? Die Hausautorin des Nationaltheaters Mannheim? Ja, genau die. Sie ist die Hauptfigur des neuen Stücks «Wounds Are Forever (Selbstporträt als...
Leicht und heiter ist der Beginn, schwer und düster das Ende von Thomas Freyers neuem Stück. In drei ganz unterschiedlich strukturierten Teilen geht Freyer der Frage nach, woher rassistisch motivierte Gewalt in unserer Gesellschaft kommt. Pointiert und dialogisch geschrieben, ähnelt der erste Teil einer Exposition zu einer Gesellschaftskomödie à la Yasmina Reza....
