Ravende Götter

Amir Gudarzi «Als die Götter Menschen waren» (U) am Nationaltheater Mannheim

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Fünf schwarze, abhottende Zottelberge, mehr mystische Monster als menschenartige Wesen – zumindest solange sie nicht die Zottelkapuze abgezogen haben und Köpfe sichtbar werden: mit futuristisch ondulierten blonden Kurzhaarfri -suren, die Gesichter in unterschiedlichen Farben. Mal raven sie zu Technobeats, die dreifingrigen Fäustlinge zur Decke gestreckt, mal sprechen sie Verse im Chor – solche aus dem mesopotamischen Atrahasis-Epos, entstanden vor fast viertausend Jahren und Modell auch für die biblische Schöpfungsgeschichte.

Diese kuriosen Gruppenchoreografien (zur Musik von Martina Berther und in Kostümen von Korbinian Schmidt) erden, grundieren, takten den Abend auf der Studiobühne im Werkhaus des Nationaltheaters Mannheim, für den Amir Gudarzi – in der Spielzeit 2023/24 hier Hausautor – «Als die Götter Menschen waren» geschrieben hat. Darin verbindet er virtuos gleich drei Zeitebenen – jene des Mythos mit unserer Gegenwart und der Zukunft eines von Menschen besiedelten Mars.

Der raffiniert komponierte Text thematisiert und kritisiert viel: aktuell Politisches und Gesellschaftliches, Ungerechtigkeiten, Ausbeutungsstrukturen, Dürre, Erdbeben, Kriege, Kinderarbeit, ...

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Theater heute Mai 2024
Rubrik: Chronik, Seite 61
von Verena Großkreutz

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