Aleksandar Radenkovic, Orit Nahmias und Cigdem Teke in Yael Ronens Adaption von Isaac B. Singers Flüchtlingsroman «Feinde» 2016; Foto: Ute Langkafel

Dazugehören, verschieden sein

Im Maxim Gorki Theater fühlt sich die Schauspielerin Cigdem Teke endlich da, wo sie sein möchte

Fast eine Stunde dauert es in Falk Richters Stückentwicklung «Verräter», die auf den autobiografischen Erfahrungen seiner Schauspieler*innen fußt, bis Cigdem Teke endlich zu Wort kommt. Dann allerdings bricht ein Orkan los, der sich so schnell nicht mehr bremsen lässt.

Vom Besuch in Angkor Wat mit Lebensgefährtin und kleinem Sohn mäandert es übergangslos zu Frau Scholz vom Amt, die findet, dass Kinder einen Vater brauchen, zu Trump, zur AfD, zur mangelnden Energie zum Ficken, zum Krach im Kopf: «Dieser Satz hat keine Struktur, zu viel Information in einem Satz, zu viel Gedanken, die mir immerzu gleichzeitig ins Hirn schießen. Seit dieser Trumpwahl kann ich nicht mehr geordnet denken, oder fing das früher schon an? Mein Hirn, immer schweift es ab, immer wühlt es sich hinein in Schmerzpunkte, Verletzungen.»

Wann hat man es als Porträtschreiberin schon mal so leicht? Weiß so genau, was einen erwartet? Wann ist der Porträtgegenstand schon mal dermaßen in Vorlage gegangen, hat Privatestes ausgesprochen, öffentlich, auf großer Bühne, all die Dinge, für die man normalerweise viele Stunden sprechen muss, und dann darf man sie nicht schreiben? Beim Treffen mit Cigdem Teke – klein, zart, ...

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Theater heute November 2017
Rubrik: Akteure, Seite 52
von Barbara Burckhardt

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