Porno, Punk und Pump
Ein schicker Bungalow steht in der Zürcher Schiffbauhalle, mit Glasfront, schmalem Patio, Einbaubecken davor, Stierskulptur und Whirlpool auf der Dachterrasse. Beim Einlass wird man durch den Mittelgang geschleust, in dem verkrümmte Cowboys am Boden liegen, und schaut en passant im Glaskubus einem heterosexuellen Paar beim Live-Sex zu. Der Einbezug ausgewiesener Pornodarsteller in die Produktion hat im Vorfeld in der Stadt zu leichter Erregung geführt («als ob es kein Internet gäbe»); wie auch, dass eigens eine Intimacy Coach hinzuengagiert wurde, wie es sonst beim Film üblich ist.
Selbst der «Blick», nicht in erster Linie für seine Kulturberichterstattung bekannt, hat eingehend über die Inszenierung geschrieben, immerhin dem Theater nicht die Sittenpolizei ins Haus geschickt. Da sind wir heute weiter oder schlicht konditionierter und indifferenter. Als Theaterbesucher, der die vorgelagerte Tribüne schon erreicht hat, ist es dann vor allem lustig, den Ankommenden dabei zuzuschauen, wie sie auf den Live-Porno reagieren respektive so tun, als ob sie nicht reagierten.
Cowboys mit Schnäuz
Conny Dachs und Katie Pears verfügen jedenfalls über beeindruckende physische und performative ...
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Theater heute November 2021
Rubrik: Aufführungen, Seite 29
von Andreas Klaeui
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Es ist eine gute Sache, wenn man Krankheiten frühzeitig entdeckt. Dann lässt sich noch was machen. Und für die Umgebung ist es auch praktisch, wenn man frühzeitig über den Gesundheitszustand des Gegenübers Bescheid weiß: Wenn klar ist, dass ein potenzieller Liebhaber den Hang zur Depression in sich trägt, dann verliebt man sich vielleicht besser nicht in ihn. Wenn...
