Politik und Theater: Sie wissen schon, was sie tun

Die katholische Partei UMP hat in Frankreich ein Aufführungsverbot von Milo Raus «Five Easy Pieces» gefordert

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Am Ende haben sie dann natürlich gespielt. Das Gastspiel von Milo Raus «Five Easy Pieces» in der Region Paris hat für einen Sturm im Wasserglas gesorgt. Im März stand die Produktion, in der Kinderdarsteller sich mit der Geschichte des belgischen Sexualmörders Marc Dutroux beschäftigen, auf dem Spielplan des Théâtre des Amandiers in Nanterre (vgl. das Porträt in TH 3/2016).

«Verbieten!», forderte umgehend der Präsident der Parti chrétien-démocrate, einer katholischen und sozialkonservativen Abspaltung der UMP um die Politikerin Christine Boutin, die sich vor allem als Abtreibungsgegnerin und Kämpferin gegen «Moden» wie die Homosexualität einen Namen gemacht hat.

Jean Frédéric Poisson startete eine Online-Petition, die knapp 14.000 Personen unterschrieben haben, und schrieb einen Brief an den «Siegelbewahrer Frankreichs», etwas moderner ausgedrückt: den Justizminister Jean-Jacques Ur­voas. Poisson ist Abgeordneter des an Nanterre angrenzenden Departements Yvelines (da liegt Versailles), er kokettiert mit dem Legitimismus und ist auch schon mal mit der Äußerung aufgefallen, dass die französische Nationalität nur dem zustehe, der französisches Blut habe. Es ist also eine kleine Welt, ...

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Theater heute Mai 2017
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Andreas Klaeui

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