Noch ehrlicher, wie soll das gehen?

Seit sieben Jahren gehört Taner Sahintürk zu den Protagonisten am Gorki Theater und ergänzt den deutschen Bühnen­kanon um wichtige Geschichten

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Der Berliner Oranienplatz könnte noch einiges machen aus seinem Talent zum öffentlichen Ort. Das liegt hauptsächlich am um- und querlaufenden Verkehr, der die angrenzenden Cafés an die Seite drückt, statt sie Richtung Platzmitte rücken zu lassen. Aber auch die sogenannten Grünflächen sind so räudig und plattgelatscht, dass sie zu wenig mehr als zur Hundeausführstelle taugen – und als gelegentliche Demonstrationsfläche für unerschrockene Aktivist*innen.

Trotzdem, ganz früh an einem Kreuzberger Sommermorgen, unter rauchrosafarbenem Himmel, kann auch der Oranienplatz eine gewisse Poesie entfalten. Wenn am Straßenrand ein lindgrüner Mercedes 230 CE parkt, auf der Platzmitte ein altes Klavier steht, an dem jemand heiter-melancholisch vor sich hin improvisiert, und die Kamera einen Mann ins Visier nimmt, der über den Platz läuft, als wäre es zum ersten oder letzten Mal.

Dieser Mann ist der Modemacher Can Öztürk, genannt Cani wie Gianni Versace. So stellt er sich jedenfalls aus dem Off vor. Der hellblaue Anzug aus feinem Denim sitzt wie angegossen, der Hut dazu ist fast schon exzentrisch, die hellen Sneakers erden das Outfit wieder. Und dennoch erzählt der Körper noch eine andere ...

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Theater heute Januar 2021
Rubrik: Akteure, Seite 32
von Eva Behrendt

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