Foto: Theater Basel

Leer sein, frei sein

Ein Treffen in Basel mit Michael Wächter, dem Nachwuchsschauspieler des Jahres

Offenbar ist es so gut wie aussichtslos, Michael Wächter in einer Denkpause zu erwischen. Der Mann, seit Herbst 2015 Ensemblemitglied am Theater Basel, weiß einfach auf alles eine Antwort, zumindest einem dahergelaufenen Journalisten gegenüber. Das Angenehme daran ist, dass diese Antworten aus lauter sonnenklaren Sätzen bestehen, aus wachen Bemerkungen, spontanen Pointen. Reden ist eben Michael Wächters Element.

Das war so im Publikumsgespräch beim Berliner Theatertreffen, nach drei kräftezehrenden Sternstunden als gehörnter Lehrer Theo in den «Drei Schwestern». Und das ist auch jetzt wieder so, obgleich ihn Ulrich Rasches Regieassistentin mitten aus der Chorprobe reißen muss.

Die Basler Sommerhitze brütet, das Ensemble arbeitet. Die alte Saison fließt spielend in die neue, die Fenster zu Büchner stehen sperrangelweit offen, Versfetzen aus dem «Woyzeck» dringen auf die Gasse. Der Proberaum befindet sich in einem leicht anrüchigen Altstadtwinkel, gleich dürfte ein ausgemergelter Geselle um die Ecke biegen und Erbsbrei an die Wand kotzen. Natürlich geschieht das nicht. Stattdessen öffnet da so ein Tambourmajortyp die Tür, groß, schlank, auf lässige Art athletisch, gewinnendes ...

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Theater heute Jahrbuch 2017
Rubrik: Schauspieler*innen des Jahres, Seite 100
von Stephan Reuter