Mehr Netto
Kindsmörderin! Babykillerin! Professorin macht Abtreibungstourismus auf Staatskosten!» Es läuft nicht gut für Professorin Faust. Die renommierte Komparatistin und Genderforscherin, kühl zurückhaltend gespielt von Bettina Engelhardt, ist ins Social-Media-Kreuzfeuer rechter Kräfte geraten. Diese sitzen aber in der «Faust»-Überschreibung von Fatma Aydemir leider nicht mehr nur shitstormend am Computer, sondern stellen auch die Regierung.
Faust hat einer Studentin eine – in Deutschland inzwischen illega -lisierte – Abtreibung in den Niederlanden finanziert und damit den Rechten den perfekten Anlass für ihre Kündigung geliefert. Dieser Clusterfuck aus politischen, beruflichen und persönlichen Niederlagen ist es, der die Wissenschaftlerin unerwartet ansprechbar für die schillernden Glücksversprechungen eines gewissen Mephisto macht.
«Faust» feministisch neu geschrieben, von einer der wichtigsten – sorry, dieses Label muss hier einmalig sein – postmigrantischen Stimmen der deutschen Literatur, das ist eine kulturpolitische Ansage für den Auftakt der In -tendanz von Selen Kara und Christina Zintl in Essen. Ansagen sind aber auch die beiden nächsten Premieren dieser ersten Spielzeit: die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute November 2023
Rubrik: Aufführungen, Seite 23
von Cornelia Fiedler
Mit bisher mehr als 200 Inszenierungen steht das melodramatische Kammerspiel «Die bitteren Tränen der Petra von Kant» im Ranking der meistgespielten Fassbinderstücke ganz oben. Wenn heutzutage ein RWF-Drama auf den Spielplan findet, dann meist dieses; den Zusammenhang von Liebe und Kapital kriegt man eben selten so kompakt und anschaulich auf den Punkt gebracht wie...
BERLIN, AKADEMIE DER KÜNSTE
bis Januar 24, The Great Repair
Das Ausstellungsprojekt diskutiert die Widersprüche zwischen Wachstum und Ökologie in der Architektur und präsentiert über 40 Positionen aus Kunst, Architektur und Raumpraktiken, in denen Reparatur als neues Gestaltungsparadigma greifbar wird.
BERLIN, 6. BERLINER HERBSTSALON LOST – YOU GO SLAVIA
bis...
Dmitry Krymov wurde 1954 in Moskau geboren. Sein Vater Anatolij Efros war ein berühmter russischer Regisseur, seine Mutter Natalia Krymova eine bekannte Theaterkritikerin und Historikerin. 1976 schloss er sein Bühnenbild-Studium am Moskauer Kunsttheater (MCHAT) ab, später begann er selbst zu inszenieren. Im Jahr 2004 gründete er sein eigenes experimentelles «Krymov...
