Foto: picture-alliance/dpa

Matthias Pees: Ein Theaterschiff wird kommen!

Im Theater kann man Utopien gefahrlos ausprobieren

Utopische Praxis liegt dem Theater (und vielen anderen, insbesondere kollektiven künstlerischen Prozessen) sicher näher als die Ausformulierung philosophischer und staatstheoretischer Konzepte. Wir sind keine Künstleraristokratien oder Philosophenstaaten, sondern Staats-, Stadt- und Welt-Labore, in denen einerseits alle Gegensätze und Pole ungebremst aufeinander knallen können, in denen die divergierenden Interessen sicht- und spürbar werden und einander unvermittelt und unvereinbar gegenüber stehen dürfen.

Und in denen andererseits Katharsis, Transformationen oder Dei ex machina in unterschiedlichster und oftmals höchst unerwarteter Weise Wendungen, Auflösungen, Versöhnungen, Koexistenzen, Untergänge und Neuanfänge hervorbringen.

Im Konjunktiv denken, empfiehlt Alexander Kluge. Tatsächlich eröffnet nichts mehr als die Kunst einen so unendlichen, fantastischen und zugleich konkreten Möglichkeitsraum, in dem sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, Zwischenzeiten, -welten und Kosmogonien, Lebende, Geister, Götter, Tote und Untote, ja sogar Kreaturen, Lemuren, Steine und Dinge, Wetterlagen und Himmelsrichtungen, Träume, Realitäten, Vorstellungen und Virtualitäten begegnen, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2017
Rubrik: Der ideale Staat, Seite 42
von Matthias Pees