Marketing: Süffiger Wein in neuen Schläuchen

Unter dem Label «Corona-Passionsspiele» vertreibt das Schauspielhaus Zürich Pandemie-Häppchen auf allen Kanälen

Distribution ist alles – das ist heute das strategische Keyword. Da ist das Theater ein Unternehmen wie alle. Mit Distribution ist aber nicht etwa «Figuren und ihre Darsteller» gemeint, sondern die optimale Bewirtschaftung der Betriebsvektoren und nutzerorientierten Kommunikationskanäle. Hier weist das Schauspielhaus Zürich (bei besten Marketingvoraussetzungen am Produktionsstandort) eine starke Innovationsdynamik auf und behauptet sich als lokaler Marktführer mit Nicolas Stemanns «Corona-Passionsspielen».

 

Seit Beginn der Pandemie vor rund fünfzehn Monaten entstand am Haus ein Vaudeville-Werk, das transformative changes von der Webserie über den Live-Auftritt bis zur sommerlichen Schiffspassage erfuhr; ein performatives Dispositiv, welches im Lauf des Pandemiejahrs auch auf Buch, Musikalbum, Rundfunk, Kirchenpredigt und Zeitungskolumne ausgreifen konnte und das Publikum zu guter Letzt mit einem abrundenden Konzert unter dem Label einer hoffentlich nicht nur vorläufigen Verabschiedung vom Virus Ende Juni in die wohlverdiente Sommerpause entließ.

«Ich bin auch ein Schiff» stand jahrelang auf den Zürcher Straßenbahnen. Der Slogan war eine Werbung für den ...

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Theater heute August/September 2021
Rubrik: Magazin, Seite 63
von Andreas Klaeui

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